Federers Heimturnier in Gefahr

Den Davidoff Swiss Indoors droht der Verlust ihres Sponsors: Eine Anti-Tabak-Organisation will bis vors Bundesgericht ziehen, um die angebliche TV-Schleichwerbung für die Tabakmarke zu verhindern.

Harter Ball: Die Swiss Indoors geraten unter Beschuss von Tabakgegnern, die einen anderen Sponsor fordern.

Harter Ball: Die Swiss Indoors geraten unter Beschuss von Tabakgegnern, die einen anderen Sponsor fordern. Bild: Keystone

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Pascal Diethelm liebt Tennis. Doch wenn sich der Präsident der Anti-Tabak-Organisation OxyRomandie am Fernsehen die Swiss Indoors ansieht, ist er «schockiert». «Der Auftritt von Davidoff ist erschlagend», sagt er. Das Logo der Tabakmarke prange sogar auf den Kleidern der Ballkinder. Diethelm sorgt sich vor allem um den Jugendschutz. «Für Jugendliche ist es bereits natürlich, einen Sportler wie Roger Federer an seinem Heimturnier mit dieser Tabakmarke zu assoziieren.»

Am Freitag reicht OxyRomandie bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz des Bundes (UBI) eine Beschwerde gegen die Radio- und Fernsehgesellschaft SRG ein, wie «20 Minuten» berichtete. Der SRG wirft OxyRomandie vor, durch die Übertragung der Swiss Indoors Schleichwerbung für Davidoff zu betreiben. Und Diethelm will noch weiter gehen: «Sollte die UBI die Beschwerde abweisen, ziehen wir vors Bundesgericht.»

Kein Kommentar

Gar nichts dazu sagen will die Turnierorganisation. Sie verweist auf den Sponsor Davidoff, der sich nur per Communiqué äussert. Die Vorwürfe der Tabakgegner seien «unsachlich und unrichtig», heisst es darin. Die Beschwerde entbehre «jeder Grundlage». Den Vertrag mit den Swiss Indoors hat Davidoff unlängst um weitere drei Jahre verlängert.

OxyRomandie-Präsident Diethelm ist derweil überzeugt: Die «Schleichwerbung» verstosse nicht nur gegen Schweizer Recht, sondern auch gegen internationale Verträge. Seit 2005 sei die Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle der Weltgesundheitsorganisation in Kraft. Diese verbiete die grenzüberschreitende Werbung für Tabak, wie sie über die TV-Ausstrahlung der Swiss Indoors geschehe.

Davidoff dürfe die Schweiz deshalb nicht länger als Plattform für weltweite Tabakwerbung «missbrauchen». Diethelm fordert: Turnierchef Roger Brennwald solle sich einen neuen Sponsor suchen. «Es sollte doch möglich sein, für diese Prestigeveranstaltung andere Geldgeber zu gewinnen.»

Auch AVO Session betroffen

Als «total naiv» bezeichnet das Dominik Senn, Geschäftsführer der Sportvermarktungsagentur 4sports & Entertainment. «Ein neuer Sponsor würde sich in der derzeitigen Wirtschaftslage nicht finden.» In diesem Fall drohe der Schweiz der Verlust eines ihrer wichtigsten Spitzensportanlässe. Das Turnier verdanke seine Grösse der Kooperation mit der «Weltklassemarke» Davidoff, sagt Senn.

Erhalten die Tabakgegner vor Bundesgericht recht, hätte dies wohl Konsequenzen für einen weiteren Basler Grossanlass: die AVO Session. Auch das von der gleichnamigen Tabakmarke gesponserte Musikfestival wird regelmässig über die TV-Kanäle der SRG übertragen. Von der Festivalorganisation war gestern aber niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 05.03.2009, 08:20 Uhr

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