Fognini treibt Murray zur Weissglut

Nicht zum ersten Mal fällt Fabio Fognini auf dem Tennisplatz negativ auf. Neustes Opfer des Italieners ist Andy Murray.

Fabio Fognini versucht mit einem Schrei Andy Murray mitten im Ballwechsel aus dem Konzept zu bringen. (Video: Sky Sport)

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Heisssporn, Rüpel, Badboy, Unruhestifter – die Liste der Namen und Bezeichnungen für Fabio Fognini liesse sich um zahlreiche Ausdrücke erweitern. Die Weltnummer 12 im Tennis fällt mit vielen Sachen auf. Leider gehört das eigentliche, das Tennisspiel, nicht immer dazu. Er selbst bezeichnet sich als Mann mit zwei Persönlichkeiten. «Auf dem Platz sieht man mich manchmal den Verstand verlieren. Ausserhalb bin ich wirklich entspannt», sagte der 32-jährige Familienvater im Juli dieses Jahres.

Nicht gerade den Verstand verloren, aber seinen Gegner in Rage brachte Fognini diese Woche beim Masters-Turnier in Shanghai. In der zweiten Runde gerieten er und Andy Murray verbal aneinander. Was war passiert? Beim Stand von 5:5 und 15:15, kommt der Italiener bei eigenem Aufschlag unter Druck. Mitten im Ballwechsel dann das Unerhörte: Fognini, in die Defensive gedrängt, schreit laut, bevor Murray zum Volley ansetzen kann und versucht so, diesen aus dem Konzept zu bringen – ein Unding im Tennis. Der ehemalige Weltranglistenerste lässt sich nicht beeindrucken, schliesst zum Punktgewinn ab. Er realisiert sogar das Break zum 6:5. Nur um beim Seitenwechsel am Netz seinem Missmut deutlich Ausdruck zu verleihen.

«Shut up!» Murray war gar nicht angetan von Fogninis Zwischenruf. (Video: Sky Sport)

Murray liefert sich mit dem Italiener ein hitziges Wortgefecht und liest ihm die Leviten: «Kumpel, du machst das die ganze Zeit. Zu allen. Egal, gegen wen du spielst.» Dann beschwert sich der Schotte bei Schiedsrichter Fergus Murphy über die Szene. «Ich habe den Schläger bereit für einen Volley. Er hat geschrien und mir dann gesagt: 'Schau mich nicht so an?'» Als Fognini sich zu Wort meldet, reagiert Murray genervt und kontert: «Halt die Klappe!» Der Sünder, der unbestraft davon kommt, behält das bessere Ende für sich. Er gewinnt in 3:09 Stunden 7:6 (7:4), 2:6 und 7:6 (7:2) gegen den dreifachen Grand-Slam-Sieger.

Fognini ist kein Ersttäter

Für den Italiener ist die Entgleisung in Shanghai nicht die erste. Sein Sündenregister lässt sich um zahlreiche Anekdoten ergänzen. 2014 beleidigt er in Hamburg seinen damaligen serbischen Bezwinger Filip Krajinovic als «Scheisszigeuner». 2017 wird er vom Doppel des US Open ausgeschlossen und mit einer Busse in Höhe von 90'ooo Dollar bestraft. Er hatte zuvor bei seiner Erstrunden-Niederlage die Schiedsrichtern als «Schlampe» und «hässliches Eichhörnchen» bezeichnet.

Es war nicht der erste Aussetzer Fogninis an einem Grand-Slam-Turnier. Bereits 2014 wurde er in Wimbledon mit einer Geldstrafe von 27'500 Dollar belegt: 20'000 Dollar für das Zerschmettern des Schlägers und 7'500 Dollar für unsportliches Verhalten und Schiedsrichterbeleidigung. In London fiel der 32-Jährige auch dieses Jahr negativ auf. Während seines Drittrunden-Matchs gegen den Amerikaner Tennys Sandgren fing er plötzlich an zu fluchen. «Das ist doch nicht fair hier. Verdammte Engländer, verdammt noch mal!», entfuhr es ihm auf einem Aussenplatz. «Ich wünschte, eine Bombe würde über diesem Klub explodieren. Hier sollte wirklich eine Bombe hochgehen.» Er musste für jene Aussage 3'000 Dollar zahlen.

Erstellt: 09.10.2019, 20:10 Uhr

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