Fünf Gründe für Federers Verwandlung

Der Maestro war gegen Feliciano Lopez plötzlich wieder der Alte. Die Analyse, wieso er sich in Runde 3 des US Open so markant steigerte.

Federer steht im Achtelfinal. Er gewinnt gegen Feliciano Lopez in nur 106 Minuten mit 6:3, 6:3, 7:5. (Video: Tamedia/AP)

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Was für ein Unterschied zu den ersten beiden Auftritten! Gegen Frances Tiafoe und Michail Juschni hatte sich Roger Federer über fünf Sätze gequält, gegen Feliciano Lopez (6:3, 6:3, 7:5) brauchte er nur gerade 1 Stunde und 47 Minuten. Fünf Gründe für seine Verwandlung:

1. Die Beinarbeit
Der Schweizer bewegte sich deutlich besser als in den ersten beiden Spielen, war viel explosiver. Hatte er gegen Tiafoe und Juschni noch schnell Mühe bekommen, wenn er sich in der Defensive wehren musste, kam er gegen Lopez an viel mehr Bälle heran. Der Aufschwung begann im Kopf. Denn Federer stieg mit einer ganz anderen Mentalität in dieses Spiel, wie er danach erzählte: «Ich sagte mir, ich muss auf jeden Ball hechten. Jetzt ist Runde 3 des US Open, da kann man sich nicht mehr zurückhalten. Sonst reist man besser nach Hause.» Offensichtlich war, dass er nun keine Angst mehr hatte, dass sich der Rücken wieder melden könnte.

2. Der Return
Feliciano Lopez ist einer der wuchtigsten Aufschläger der Tour, schlug gegen Federer mit bis zu 216 Stundenkilometern auf. Trotzdem brachte der Schweizer 56 von 88 Aufschlägen zurück ins Feld, 64 Prozent. So kam Lopez kaum zu Freipunkten, war er beim Service immer unter Druck. Es gelang Federer gut, die Aufschläge von Lopez zu lesen, und er hatte beim Rückhandreturn auch keine Hemmungen mehr, sich durchzustrecken. So schaffte er gegen den Spanier fünf Breaks – und damit in drei Sätzen mehr als dessen erste beiden Gegner (Kusnetsow, Verdasco) zusammen.

3) Das Offensivspiel
Hatte Federer in den ersten zwei Matches zögerlich gewirkt und nicht so recht gewusst, ob er angreifen solle oder nicht, so sah man gegen Lopez wieder das Spiel, das ihn in diesem Jahr so stark gemacht hat. Der Schweizer attackierte die kurzen Bälle, spielte vermehrt Aufschlag-Volley und scheute sich auch nicht davor, schwierige Flugbälle zu spielen. Seine Quote am Netz (59 %) war zwar noch nicht so gut, doch mit seiner offensiven Einstellung verunsicherte er seinen Gegner.

4) Der Aufschlag
In den Runden 1 und 2 hatte der 36-Jährige je viermal seinen Aufschlag abgegeben. Diesmal passierte ihm das nur noch einmal: als er im dritten Satz auf 4:1 hätte davonziehen können. Federer servierte ähnlich schnell wie zuvor, der Unterschied war die Präzision: Er fand mit dem Service wieder die Linien und steigerte so die Quote gewonnener Punkte beim ersten Aufschlag (auf 85%) und beim zweiten (58 %). Es muss aber auch erwähnt werden, dass Lopez nicht zu den besten Returnspielern zählt.

5) Die wichtigen Punkte
Das Selbstvertrauen Federers war anfänglich so angeknackst, dass er gegen Tiafoe und Juschni fast jedesmal ein Break kassierte, wenn es bei seinem Aufschlag heikel wurde. Nun spielte er die wichtigen Punkte wieder deutlich besser und gab er so Lopez lange keine Hoffnung, zurück ins Spiel zu finden. Federer wehrte 5 von 6 Breakbällen gegen sich ab, gegen Tiafoe war es noch 1 von 5 gewesen und gegen Juschni 4 von 8. Auch die Partie gegen Lopez hätte kompliziert werden können, doch weil Federer nun die wichtigen Punkte vermehrt gewann, wurde aus seinem Drittrundenspiel kein Mitternachtskrimi. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.09.2017, 07:41 Uhr

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