Für die Familie: Federer verzichtet auf ATP-Cup

Der Schweizer spielt nicht am neu geschaffenen Turnier. Die Schweiz gehört damit nicht mehr zu den qualifizierten Nationen.

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Gemeinsam mit Henri Laaksonen hätte Roger Federer im Januar in Sydney am ATP-Cup antreten sollen. Das neu geschaffene Turnier gilt als Vorbereitung auf das Australian Open, 24 Nationen nehmen teil. In der Gruppenphase wäre die Schweiz auf Belgien und Grossbritannien getroffen. Wäre. Denn wie am Mittwoch bekannt wurde, verzichtet Federer auf die Teilnahme. Damit rutscht die Schweiz aus dem Feld der 18 bereits qualifizierten Teams.

Wie Federer sagt, hat die Absage auch familiäre Gründe. Nach vielen Diskussionen mit seiner Familie und dem Team habe er entschieden, dass ihm und seinem Tennis zwei Extra-Wochen mit seiner Familie gut tun würden. «Es schmerzt mich, nicht ein Teil des aufregendsten neuen Events des Kalenders zu sein», so Federer gegenüber atpcup.com. Aber es sei die richtige Entscheidung, wenn er noch lange auf der ATP-Tour spielen wolle. Federer hatte erst im September zugesagt.

Federers Verzicht auf Sydney macht angesichts seines gedrängten Spielplans der nächsten Wochen und Monate Sinn und passt zu seiner neuen Schwerpunktsetzung. Als Konsequenz davon muss er 2020 nicht schon am 3. Januar einsatzbereit sein, wenn die Schweiz am ATP-Cup auf Grossbritannien getroffen wäre, sondern erst am 20. Januar, wenn das Australian Open beginnt. Das entlastet sein Vorbereitungsprogramm massiv und gibt ihm auch Zeit für die Familie (für das Schauturnier Ende Dezember in China benötigt er keine grosse Vorbereitung). Dass er deshalb in Melbourne weniger gut vorbereitet sein wird, ist nicht anzunehmen. Federer ist keiner, der viel Matchpraxis braucht, um seine Bestform zu finden. Viel wichtiger ist für ihn eine gute Trainingsphase und mentale Frische – und, eben, dass die Balance zwischen Karriere und Familie stimmt.

Federer ist mit seinem Team an seiner Sitzung zur Standortbesprechung und Detailplanung am Montag offensichtlich zum Schluss gekommen, dass weniger mehr ist, im Hinblick auf eine möglichst lange Fortsetzung seiner Karriere, was auch zum Verzicht auf Paris-Bercy geführt hat. Reglementsgemäss hat er dank seiner Erfolge und Verdienste um das Profitennis alle Freiheiten, und die Weltrangliste ist ihm längst nicht mehr so wichtig. Das lässt ihm die Wahl, seine Karriere so zu gestalten, wie er will, beispielsweise nochmals in Südamerika Schaukämpfe (wie Ende November) zu bestreiten oder erstmals in Südafrika anzutreten (wie am 7. Februar).

In seiner früheren Zu- und jetzigen Absage für den neuen ATP-Cup schwingt aber auch eine Botschaft mit. Im Gegensatz zum reformierten Davis-Cup stellte er sich grundsätzlich hinter den Anlass, der auch mit ihm Werbung machen konnte und über den er positiv sprach. Höchstens am Rand ein Thema dürfte für ihn gewesen sein, dass er in Sydney nicht mit Stan Wawrinka, sondern mit Henri Laaksonen die Schweiz hätte vertreten müssen, da der Westschweizer dann ein Turnier in Doha bestreiten wird. Die Schweiz ist nun in Sydney nicht dabei.

(mro/rst)

Erstellt: 30.10.2019, 10:15 Uhr

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