«Ich hoffe, ich kann nächstes Jahr meinen Titel verteidigen»

Der letzte Schritt war nicht mehr so gross wie erwartet. Die Freude über den achten Wimbledon-Titel ist bei Roger Federer trotzdem riesig.

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Um 16.57 Uhr brachen alle Dämme. In diesem Moment wurde der Name des Siegers ausgerufen und zum achten Mal in Wimbledon hiess es: «Roger Federer.» Der Centre Court schien zu explodieren, jeder einzelne Fan wohl mochte Federer den Titel gönnen, seinen ersten im All England Club seit 2012. «Ich kann es immer noch nicht glauben», sagte Federer im Platzinterview mit Sue Barker: «Das bedeutet mir die Welt.»

In den letzten Jahren hatte Federer beim wichtigsten Turnier bittere Niederlagen erlitten. 2014 und 2015 in den Endspielen gegen Novak Djokovic, im Vorjahr im Halbfinal gegen Milos Raonic. Es sollte seine bisher letzte bittere Niederlage sein, sie bedeutete auch das Saisonende.

Jetzt ist er wieder zuoberst und zum Scherzen aufgelegt. «Vielleicht sollte ich bald wieder sechs Monate verschwinden», meinte er zu seiner Pause im letzten Jahr. Aber nur, um sein nicht ganz ernsthaftes Gedankenspiel mit einem Lächeln gleich wieder zu verwerfen: «Nein, das würde wohl nicht jedes Mal so gut klappen.» Er sagte dann auch, was am Allerwichtigsten ist: «Noch schöner, als die Trophäe zu holen, ist es nur, gesund zu sein.»

Der Dank und die Hoffnung

Und gesund ist Federer jetzt wieder, alle Probleme scheinen weit weg. Geholfen hat ihm in den schwierigen Zeiten vor allem seine positive Grundeinstellung: «Wenn Du daran glaubst, dass du etwas kannst, dann kannst du im Leben sehr weit kommen. Und jetzt bin ich hier.»

Im Schlusswort dankte Federer ziemlich allen: «Vielen Dank an meine Familie, an mein Team. Vielen Dank der Schweiz, vielen Dank an alle.» Vorher hatte er den Fans wieder grosse Hoffnungen für die Zukunft gemacht: «Ich hoffe, es war nicht mein letztes Spiel hier. Ich hoffe, ich kann wiederkommen und nächstes Jahr meinen Titel verteidigen.»

Video – Federer vergiesst Tränen, als er seine Kinder sieht

Nach dem Wimbledon-Sieg weint Federer auf dem Platz. (Video: Tamedia/mit Material von SRF)

Cilic blieb nur die Rolle des fairen Verlierers. Der Kroate hatte mit einer Fussverletzung zu kämpfen, ausgerechnet im wichtigsten Match seiner Karriere. Er liess sich behandeln, aufgeben war aber für ihn keine Option. «Ich habe in meiner Karriere nie aufgegeben und habe auch heute mein Bestes gegeben, so wie ich konnte.»

Bildstrecke – Federers Triumphe und Tragödien in Wimbledon

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.07.2017, 17:45 Uhr

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