«Ich wähnte mich im Davis-Cup»

Stanislas Wawrinka verrät nach dem triumphalen Sieg gegen Richard Gasquet, wie er nach 0:2 Sätzen doch noch den Einzug in den Viertelfinal schaffte.

«Das ist ein Traum»: Stanislas Wawrinka nach über vier Stunden gegen Gasquet.

«Das ist ein Traum»: Stanislas Wawrinka nach über vier Stunden gegen Gasquet. Bild: Keystone

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Wie schafften Sie es, die Partie nach 0:2 Sätzen noch zu drehen?
Es tönt simpel, aber ich nahm Punkt für Punkt. Ich wusste, dass meine Chancen je länger, desto besser werden. Ich wusste, dass Gasquet irgendwann müde wird, nicht mehr so viel Druck ausüben kann. Ich kann mein Niveau über fünf Sätze halten, er nicht. Daran klammerte ich mich. Aber ich musste auch gutes Tennis spielen. Im vierten Satz, nach dem 3:3, produzierten wir ein unglaubliches Niveau, schlugen wir fast nur Winner.

Sie liessen sich im März ein Zitat von Samuel Beckett auf den Unterarm tätowieren, das zu Beharrlichkeit mahnt. Ist dies Ihr Mantra geworden?
Es fasst meine Lebensphilosophie gut zusammen. Wenn du Tennis spielst und nicht Nadal, Djokovic oder Federer heisst, musst du mit vielen Niederlagen leben. Und wenn du erfolgreich sein willst, musst du aus diesen Niederlagen lernen, die Dinge positiv betrachten. Es ist meine zweite Tätowierung. Ich hatte schon seit einem Jahr eine zweite gewollt, aber ich brauchte sechs Monate, um den richtigen Ort dafür zu finden.

Schöpfen Sie daraus Kraft?
(lacht) Ich brauche keine Tätowierung, um mich daran zu erinnern. Es ist nicht so, dass ich auf dem Platz den Unterarm anschaue. Sonst müsste ich noch mehr Tätowierungen machen lassen, etwa mit der Taktik gegen verschiedene Spieler.

Eine Niederlage, die Sie gestärkt hat, war jene in Melbourne gegen Novak Djokovic. Richtig?
Es stimmt, obschon ich verlor, gab mir jene Niederlage Vertrauen, solche grossen Spiele gewinnen zu können. Und sie zeigte mir, auf welche Weise ich spielen muss, um es zu tun. Ich muss das Spiel gestalten, meine Schläge durchziehen.

Das einzige Mal, dass Nadal in Paris geschlagen wurde (2009 von Söderling), hiess der gegnerische Coach Magnus Norman. Inspiriert Sie das?
Mich inspiriert, hier in Roland Garros zu spielen, vor ausverkauften Rängen. In einer solch fantastischen Ambiance. Das ist ein Traum. Ich wähnte mich im Davis-Cup, vor allem, als ich noch die Marseillaise hörte. So etwas zu erleben, ist wunderbar.

(sg)

Erstellt: 04.06.2013, 09:44 Uhr

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