«Ist das wirklich so?»

Belinda Bencic verblüfft die Tennis-Welt: Im Interview sagt sie, welche Tipps ihr Martina Hingis vor dem Spiel gab und was ihr vor dem Matchball durch den Kopf ging.

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Spürten Sie keinen Druck vor diesem grossen Spiel gegen Jelena Jankovic?
Nein, wieso auch? Es war mein erstes Mal im Arthur Ashe Stadium, meine erste Nightsession. Ich versuchte einfach, es zu geniessen. Aller Druck lastete auf Jankovic, weil der Sieg von ihr erwartet wurde. Wenn ich nicht gewonnen hätte – die nächsten Chancen wären für mich bestimmt gekommen. Aber am Anfang war ich schon beeindruckt von der Szenerie, von diesem riesigen Stadion. Deshalb spielte ich zunächst nicht gut. Aber als ich mich an alles gewöhnt hatte, wurde es besser.

Der Matchball von Belinda Bencic gegen Jelena Jankovic:

(Video: SRF)

Was ging Ihnen vor dem Matchball durch den Kopf?
Ich versuchte mir einzureden, dass es ein ganz normaler Punkt sei. Aber ich war schon extrem angespannt. Trotzdem probierte ich, aggressiv zu spielen. Und das gelang mir dann ja ganz gut.

Was sagen Sie dazu, dass Sie am US Open nun die jüngste Viertelfinalistin sind seit Martina Hingis 1997?
Ist das wirklich so?

Ja.
Es ist wunderbar, das zu hören. Darauf bin ich sehr stolz.

Hingis sass in Ihrer Box und unterstützte Sie. Hatte sie Ihnen vorher Tipps gegeben, wie Sie gegen Jankovic spielen sollten?
Ja, das hat sie. Sie hat früher ja selbst gegen Jankovic gespielt und kennt sie daher gut.

Welche Tipps?
Sie sagte mir, es sei wichtig, dass ich bei den langen Ballwechseln gegen sie mithalte. Dass ich stets aggressiv sei. Und dass ich aufpassen müsse auf ihre Rückhand der Linie entlang. Diesen Schlag beherrscht Jankovic, und sie spielt ihn gerne. Ihre Rückhand ist fantastisch. Deshalb versuchte ich, ihr so oft wie möglich auf die Vorhand zu spielen.

Letztes Jahr verloren Sie hier noch bei den Juniorinnen im Viertelfinal, nun sind Sie bereits bei den Profis im Viertelfinal. Was ist in diesen zwölf Monaten alles passiert?
Einiges. Ich verbesserte mein Ranking kontinuierlich und begann daran zu glauben, dass ich auch die Besten schlagen kann. Als ich am Australian Open gegen Li Na spielte, war das noch nicht der Fall. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass für mich alles möglich ist.

Im Viertelfinal treffen Sie nun auf die Chinesin Peng Shuai, die auch eine Aussenseiterin ist. Was erwarten Sie von diesem Spiel?
Keine Ahnung. Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.

Müssen Sie sich manchmal kneifen, um zu begreifen, dass dies alles real ist? (schmunzelt) Ja, manchmal schon. Aber begriffen habe ich es noch nicht richtig. Das kommt erst, wenn ich morgen aufwache.

Erstellt: 01.09.2014, 08:20 Uhr

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