Kein Grip in Madrid

Rafael Nadals Antrag, auf dem blauen Sand mit Rasenschuhen antreten zu dürfen, wurde von der ATP abgeschmettert. Tagesanzeiger.ch/Newsnet erklärt, welchen Vorteil Rasenschuhe hätten.

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Sandkönig Rafael Nadal ist einer der grössten Kritiker des blauen Sandes von Madrid. «Es ist ein Fehler», hiess es seitens des Spaniers. Auch sein Antrag, mit Rasenschuhen spielen zu dürfen, wurde von der ATP abgeschmettert. «Ich hatte gefragt, ob ich mit Rasenschuhen spielen darf», sagte Nadal, «aber ich durfte nicht.» Aus welchem Grund er mit Rasenschuhen auf einem Sandplatz spielen will, hat er dabei nicht erläutert. Jedoch haben viele Spieler, nicht nur Nadal, bemängelt, dass der Platz extrem rutschig sei. Die Ursache dafür könnten auch die Schuhe sein, wie Bernie Schöller, Inhaber des Vertriebportals Racketshop.ch gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet erklärt: «Sandschuhe und Rasenschuhe unterscheiden sich hauptsächlich im Aufbau der Sohle. Aufgrund des neuartigen Sandes könnte sich diese anders verhalten.»

Wie ein Sandschuh aufgebaut ist, erklärt Schöller so: «Der Sandschuh hat ein Profil, das an Fischgräten erinnert. Diese Fischgratkerben sind pyramidenförmig in die Sohle eingearbeitet.» Durch die Bewegung des Schuhs löse sich dann der verklebte Sand aus diesen feinen, pyramidenförmigen Rillen und verhindere so deren Verstopfen. «Ein verklebtes Profil führt zu einer glatten Oberfläche und damit zu fehlendem Halt», so Schöller weiter.

Rasenschuhe könnten helfen

Novak Djokovic fragte nach seinem ersten Match am Montag höhnisch, ob er Fussballschuhe anziehen müsse, um auf dieser Unterlage spielen zu können. Dass er damit nicht so weit weg von Nadals Wunsch nach Rasenschuhen war, war dem Serben wahrscheinlich gar nicht bewusst. «Der Rasenschuh ist grundsätzlich vergleichbar mit Tausendfüssler-Fussballschuhen», sagt Schöller. «Das heisst, dass die Sohle mit ganz vielen kleinen Noppen bestückt ist und so eine Rutschphase auf Rasen verhindert.» Zu den Beschwerden der Spieler meint Schöller: «Ich kann mir vorstellen, dass der blaue Sand in Madrid aufgrund der Färbung anders beschaffen ist und sich nicht mehr aus dem Fischgrätprofil des Sandschuhs löst, was erklären würde, warum die Spieler den Platz als zu rutschig empfinden. Ein Rasenschuh auf Sand könnte den Spielern den erwünschten Grip geben.»

Erstellt: 10.05.2012, 15:39 Uhr

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