McEnroe wettet gegen Federer

Die US-Tennislegende John McEnroe hat für die BBC die Chancen der beiden Finalisten von Wimbledon analysiert – und kommt zu einem aus Schweizer Sicht unerfreulichen Ergebnis.

«Aggressiv spielen»: Federers Rezept gegen Djokovic ist simpel.

«Aggressiv spielen»: Federers Rezept gegen Djokovic ist simpel.

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Roger Federer oder Novak Djokovic – das ist in Wimbledon am Finalsonntag die Frage aller Fragen. John McEnroe, der im All England Club 1981, 1983 und 1984 triumphierte, beantwortet sie mit dem Namen des Serben. «Ich habe vor dem Turnier auf Novak getippt und ich glaube noch immer, dass er einen Vorteil haben wird, wenn beide auf ihrem besten Level spielen», so McEnroe. «Wäre Roger auf Rasen noch immer auf dem Gipfel seiner Schaffenskraft, würde ich auf ihn setzen, aber ich glaube nicht, dass er noch auf dem Niveau ist, das er vor vier, fünf Jahren hatte.»

Als Zweifel an Federer will McEnroe seine Prognose aber nicht verstanden wissen. Der Schweizer bewege sich in diesen Tagen in Wimbledon so gut wie seit Jahren nicht mehr. Zudem habe der Racketwechsel einen positiven Effekt gebracht. Das hat ihm Selbstvertrauen gebracht und hilft ihm, ein paar leichte Punkte mehr zu gewinnen. Das von Federers Trainer Stefan Edberg geförderte Offensivspiel mache Federer sehr gefährlich: «Er hat lange nicht mehr so viel Serve-and-Volley, die Bälle gleich beim Return attackiert und so Druck auf den Gegner gemacht.»

Federers starker Service

McEnroe ist natürlich auch der starke Aufschlag des siebenfachen Wimbledon-Champions aus der Schweiz nicht entgangen: «Einer der eindrücklichsten Aspekte von Federers Spiel in diesem Jahr in Wimbledon ist sein erster Service.» Der Gelobte brachte 66 Prozent dieser Bälle ins Feld und machte dann in 83 Prozent der Fälle auch den Punkt.

Einen starken Aufschlag wird Federer gegen Djokovic auch brauchen. Der Serbe gelte nicht umsonst als einer der stärksten Returnspieler auf der Tour, streicht McEnroe heraus. «Er bewegt sich jeweils ein, zwei Meter ins Feld, um den zweiten Service des Gegners anzugreifen. Wenn er den ersten Aufschlag zurückspielen kann, hat er immerhin 29 Prozent der Punkte gewonnen, nach dem zweiten bemerkenswerte 54 Prozent.» Federer sagt, er müsse gegen Djokovic stets aggressiv bleiben, speziell in Wimbledon. «Es ist nicht wie auf einem langsamen Platz, wo man den anderen laufen lassen kann.»

Im Head-to-Head führt Federer gegen Djokovic mit 18:16. Auf Rasen gab es das Duell aber erst einmal: 2012 setzte sich der Schweizer auf dem Weg zu seinem bislang letzten Major-Titel in den Halbfinals 6:3, 3:6, 6:4, 6:3 durch. Hoffentlich ein gutes Omen.

Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtet ab 15 Uhr live mit einem TV-Ticker über den Wimbledon-Final zwischen Roger Federer und Novak Djokovic. (ak)

Erstellt: 06.07.2014, 11:06 Uhr

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