Nadal wirft Djokovic Täuschung vor

Der Spanier hat gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic aus Serbien noch einige Rechnungen offen und nervt sich wegen der Nasen-Diskussion.

Diskussionen vor dem Final: Rafael Nadal und Novak Djokovic.

Diskussionen vor dem Final: Rafael Nadal und Novak Djokovic. Bild: Keystone

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Rafael Nadal mochte die Geschichte von der verstopften Nase nicht so ganz glauben. Zumindest reagierte der spanische Herausforderer vor dem Final irritiert, als wieder einmal die angeblichen Allergie-Beschwerden seines Gegners Novak Djokovic diskutiert wurden. Nadal: «Es ist schwer, sich vorzustellen, dass er diese Probleme hat. Novak hat sich im fünften Satz phantastisch bewegt. Er war in perfekter Verfassung.»

Alles also nur Bluff vor dem Finalduell der beiden derzeit stärksten Tennisspieler im Melbourne Park? Djokovic jedenfalls hatte nach dem Fünfsatzkrimi gegen Murray erzählt, wegen seiner Atemprobleme in den letzten Tagen sogar einen Arzt aufgesucht zu haben. Im zweiten Satz gegen Murray hatte der «Djoker» auch seltsam matt und kurzatmig gewirkt, ehe er im vierten Satz neuen Auftrieb fand. Djokovic: «Viele Spieler haben sich in diesem Jahr über derartige Atemprobleme beklagt. Es scheint eine Allergie zu sein. Wir sind eben von Blumen umgeben.»

Ungeachtet der Nasen-Diskussion steigt Djokovic nicht nur wegen seiner beiden Melbourne-Titel (2008 und 2011) als leichter Favorit ins Endspiel. Mittlerweile ist der 24-Jährige längst zum Trauma für French-Open-Sieger Nadal geworden. Die letzten sechs Matches, allesamt Finals im vergangenen Jahr, hat der Linkshänder gegen Djokovic verloren. Darunter zwei Partien auf Nadals Lieblingsbelag Sand. Diese Niederlagen setzten Nadal zu. Er hatte am Ende der letzten Saison sogar zugegeben, nicht mehr die ganz grosse Leidenschaft verspürt zu haben. Seit November 2010 wartet Nadal auf einen Sieg gegen Djokovic. «Die Bilanz kann natürlich ein Vorteil für mich sein», sagte Djokovic, der seinen dritten Grand-Slam-Titel in Folge holen kann. Dies ist bislang nur Roger Federer (Schweiz), Pete Sampras (USA), Rod Laver (Australien) und eben Nadal gelungen.

Nadal mit mehr Ruhe im Vorteil?

«Der Krieger», wie Nadal von Melbournes grösster Zeitung bezeichnet wurde, verfügt dafür über ein anderes Ass im Ärmel. Weil sein Halbfinal gegen Roger Federer bereits am Donnerstag gespielt wurde, hat Nadal vor dem Finale einen Tag mehr Regenerationszeit. Djokovics Coach Marian Vajda hat sich bereits über diese «Ungerechtigkeit» beschwert. Nadal hat für diese Beschwerde nur ein Schmunzeln übrig: «Wirklich unfair ist es nur beim US Open, wenn du zwischen Halbfinal und Final gar keinen Tag Pause hast», betonte der zehnmalige Grand-Slam-Sieger. Im Duell mit Angstgegner Djokovic will Rafa aufs Ganze gehen: «Ich werde versuchen, aggressiver zu spielen und mehr direkte Gewinnpunkte zu machen als in den Spielen in der letzten Saison.»

Das gute Verhältnis zwischen den beiden Finalisten hat unter den kleinen Psychospielchen nicht gelitten. «Rafa ist ein guter Freund und einer der Besten in der Geschichte unseres Sports. Wir begegnen uns mit grossen Respekt, alles ist völlig offen», meinte Djokovic – hoffentlich auch die zuletzt so verstopfte Nase. (si)

Erstellt: 28.01.2012, 15:27 Uhr

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