Nadals riesiges Problem

Auf dem Papier ist Rafael Nadal eigentlich schon US-Open-Sieger 2017. Doch da ist auch noch Kevin Anderson, der sich in der Form seines Lebens befindet.

Wer schreit nach dem Final vor Freude – Favorit Nadal oder Aussenseiter Anderson?

Wer schreit nach dem Final vor Freude – Favorit Nadal oder Aussenseiter Anderson? Bild: Keystone

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Das Australian Open im Januar verpasste Kevin Anderson (ATP 32) wegen einer Hüftverletzung. Und als das erste Drittel das Jahres vorbei war, hatte er erst zwei Partien auf der Tour gewonnen. Nun aber ist Anderson da, wo er zuvor noch nie war, aber schon immer hinwollte: im Final eines Majors. Dass er im Kampf um den US-Open-Titel am Sonntag gegen Rafael Nadal krasser Aussenseiter ist, wen kümmerts.

Der 2,03-Meter-Mann aus Südafrika, New Yorker Finalist mit dem schlechtesten Ranking seit Einführung der Computerrangliste 1973, hat alle Vorbehalte im bisherigen Turnierverlauf eindrücklich zerpflückt. Statt wie früher zu zurückhaltend aufzutreten, ballt er nun die Faust und schreit. Ganz wie sein Kontrahent Nadal, den er nach dem Halbfinalsieg über Pablo Carreño Busta als Inspiration bezeichnete. «Gerade auch in Sachen Emotionen.»

Dem Weltranglistenersten Nadal imponiert an Anderson vor allem dessen Aufschlag. «Unglaublich» sei der und mache das Endspiel zu einem «ganz schwierigen Match». Gewinnt der Spanier, verkürzt er seinen Rückstand gegenüber Roger Federer in der Grand-Slam-Rangliste auf 16:19 Titel. Der fünf Jahre ältere Schweizer wäre wieder in Schlagdistanz. Vielleicht stapelt Nadal auch deshalb tief und sagt, die Gesundheit sei für ihn wichtiger als eine weitere Majorkrone. «Meine Saison war sehr gut, egal wie der Final ausgeht.»

Andersons Trumpf ist, dass er nichts zu verlieren hat. In einer Saison, die so schlecht begann, so weit zu kommen, hätte er vor dem Turnier nicht einmal zu träumen gewagt. Zumal er lange brauchte, bis er sich von der Hüftverletzung zu Beginn des Jahres erholt hatte. «Es war sehr viel Arbeit, täglich mehrere Stunden Rehabilitation – und das fast zwei Monate lang», blickt er zurück. Unterdessen habe es auch im Kopf oben Klick gemacht. «Ich bin nun geduldiger mit mir selbst. Das ist eine grosse Veränderung gegenüber früher und erlaubt mir, besser Tennis zu spielen.»

Auf jeden Fall hat Nadal wegen dieser Wandlung nun ein Problem. Ein riesiges sogar. Exakt 2,03 Meter gross.

(ak)

Erstellt: 09.09.2017, 13:38 Uhr

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