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Nicht mehr der König – aber klar die Nummer 2

Roger Federer hat seine Position als Nummer 2 der Welt behauptet. Er ist weiterhin zu allem fähig.

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Obwohl ihm das Masters-Triple versagt blieb, war auch Roger Federers letzte Dienstreise in diesem langen Jahr, bereits seine dritte nach London, ein Erfolg und die richtige Motivation für die neue Saison. Er hat, mit 31 Jahren, seine Position als Nummer 2 der Welt behauptet und verhindert, dass die Tenniswelt nun schon vorschnell die Ära von Novak Djokovic und Andy Murray ausruft und ihn abschreibt.

Wäre er dem Briten zum dritten Mal in Folge unterlegen, wäre das zweifellos passiert. Seine Ausgangslage für die kommende Saison hätte sich auch klar verschlechtert. Er hätte sein Jahr mit zwei Niederlagen abgeschlossen, wäre als früherer Hallenkönig zum grossen Verlierer geworden. Und die Eindrücke vom Masters hallen lange nach, sie begleiten alle Spieler über die Winterpause bis zum Australian Open, dem nächsten grossen Treffen.

Ein Zeichen an alle

Indem er den Schotten nach dessen bestem Jahr und vor dessen Landsleuten nach zwei Niederlagen wieder stoppen konnte, gab Federer sich und allen ein Zeichen – dass er an guten Tagen weiterhin zu allem fähig ist, dass ihm sein Alter noch immer keine Grenzen setzt. Immerhin liegen schon drei Monate ohne Turniersieg hinter ihm, sein letztes Saisondrittel war klar schlechter als die der Jahre 2010/11, auch er hatte mehr erwartet.

Ein Faktor, der zu dieser Entwicklung beitrug, war, dass er sich in diesem Olympiajahr untreu wurde, untreu werden musste. Sein übliches Programm mit vier langen Trainingsblöcken hatte im dichten Programm für einmal keinen Platz, am Ende lief er auf Reserve. «Dies war ein Matchjahr, kein Trainingsjahr», sagte er. Dadurch hätten sich Defizite ergeben – indem er monotoner spiele als üblich, weniger inspiriert. Dies müsse er nun korrigieren, «und dann spiele ich hoffentlich nächstes Jahr wieder besser».

Erstellt: 13.11.2012, 08:24 Uhr

René Stauffer ist Tennis-Experte beim «Tages-Anzeiger». (Bild: Tages-Anzeiger)

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