«Roger hat mir meine Karriere ruiniert»

Andy Roddick war einer der Grössten. Der Grösste? Nein! Einer stand ihm regelmässig vor der Sonne.

Es war das letzte grosse Spiel der beiden gegeneinander: Roger Federer gewann 2009 den Wimbledon-Final gegen Andy Roddick. (Youtube)


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Andy Roddick war ein grosser Tennisspieler. Ein sehr grosser Tennisspieler sogar, er gewann das US Open, er war die Nummer 1 der Welt und über ein Jahrzehnt der klare Leader des US-Davis-Cup-Teams, das er zu mehreren Titeln führte.

Allerdings hätte er ein noch viel grösserer Spieler sein können – wäre da nicht Roger Federer gewesen. Alleine in Grand-Slam-Finals unterlag er dem Baselbieter viermal, total lautet das Verhältnis zwischen den beiden 21:3 für Federer. «Roger hat mir ein Jahrzehnt lang die Karriere ruiniert», sagte Roddick im Presseraum der Rod Laver Arena.

Heute Morgen wurde bekannt, dass A-Rod ebenso wie Kim Clijsters in die Hall of Fame aufgenommen wird. Zu den ersten Gratulanten zählte auf Twitter genau Roger Federer. Das zeigt, wie gut die Beziehung der beiden langjährigen Rivalen noch immer ist. Roddick spricht gerne darüber: «Unsere Beziehung ist vor allem von Respekt geprägt. Ich schätze den Respekt, den er mir über all die Jahre entgegengebracht hat. Es wäre viel schlimmer gewesen für mich, wenn ich gegen jemanden so häufig verloren hätte, der nicht derart grossartige Werte verkörpert wie Roger.» Den Humor hat er allerdings nicht verloren: «Das letzte Duell habe ich gewonnen. Roger hat Glück, dass ich dann aufgehört habe …»

Hochachtung vor den Williams-Schwestern

Fünf Jahre sind vergangen, seit Roddick zurückgetreten ist, die minimale Dauer, um in Newport im US-Bundesstaat Rhode Island Aufnahme in den Gral der Tenniszunft zu finden. Er ist froh, dass er heute nicht mehr aktiv ist: «Es geht alles so schnell. Das müsste ich mir nicht mehr antun.» Wie es das Schicksal will, ist er heute Abend Gast in der Rod Laver Arena, wenn Federer gegen Mischa Zverev um den Halbfinaleinzug spielt. «Was Roger heute noch Tag für Tag macht, ist unglaublich. Das gilt aber auch für die Williams-Schwestern.» Dann wandte er sich an die Journalisten: «Sogar wenn ihr hier in Melbourne bis zum Turnierende in jedem Artikel über sie schreibt, ist es nicht genug. Es ist unglaublich.»

Dann gab er auch zu, dass er das Gleiche hofft wie so viele Tennisfans in der ganzen Welt. Dass es in Melbourne am Sonntag zum Final der beiden prägendsten Figuren der letzten Tennisgeneration kommt, Federer und Rafael Nadal. «Es wäre das bedeutendste Spiel in der Geschichte des Australian Open und vielleicht überhaupt in der Grand-Slam-Geschichte.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.01.2017, 08:25 Uhr

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