Schweizerinnen stehen im Halbfinal

Die Schweiz gewinnt im Fed-Cup gegen Deutschland nach einer tränenreichen Niederlage vom Bacsinszky das entscheidende Doppel.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Schweizer Duo mit Belinda Bencic und Martina Hingis setzte sich gegen Anna-Lena Grönefeld/Andrea Petkovic 6:3, 6:2 durch. Prägend war der Auftritt von Hingis, der Nummer 1 der Doppel-Weltrangliste. Sie agierte beeindruckend sicher und war vor allem am Netz die klar beste Spielerin auf dem Feld. «Martina war der grosse Star im Doppel», sagte Bencic nach dem entscheidenden Sieg.

Die Schweizerinnen bekundeten nur ganz zu Beginn der Partie Mühe, mussten zwei Breakbälle zum 0:3 abwehren. Im zweiten Satz zogen sie rasch auf 3:1 davon und liessen nichts mehr anbrennen. «Wir hatten das grössere Durchsetzungsvermögen», sagte Hingis überglücklich.

Für Hingis war es der erste Sieg in einem Fedcup-Match seit September 1998, als die Schweiz im Final den Spanierinnen unterlegen war. Die damals anderthalb Jahre alte Bencic war derweil die entscheidende Figur aus Schweizer Sicht über das gesamte Wochenende gesehen. Die 18-Jährige gewann ihre beiden Einzel gegen Petkovic (WTA 23) und Angelique Kerber (WTA 2) ohne Satzverlust.

Timea Bacsinszky (WTA 15) verpasste es im zweiten Einzel vom Sonntag den Halbfinal-Einzug im Fed-Cup zu sichern. Wie schon am Australian Open unterlag sie Annika Beck (WTA 39). 5:7, 4:6 lautete das Verdikt. Bacsinszky unterliefen in der 75-minütigen Partie 30 Eigenfehler bei nur 18 Winnern. Die Niederlage traf sie schwer, es flossen Tränen.

Bencic entzaubert die Australian-Open-Siegerin

Nach ihrem glatten Sieg über Petkovic am Samstag hatte Bencic (WTA 11) in ihrem Sonntagseinzel noch eine Schippe draufgelegt. Die 18-jährige schlug die frisch gebackene Australian-Open-Siegerin und Weltranglistenzweite Angelique Kerber 7:6, 6:3.

Bencic gewann nach dem ersten Aufschlag 84 Prozent aller Punkte, nach dem zweiten immerhin noch 55 Prozent. Winner gelangen ihr mit 32 zwar zehn weniger als Kerber, die Deutsche beging aber auch 32 unerzwungene Fehler, Bencic nur deren 13.

Das entscheidende Minibreak im Tiebreak des Startsatzes bewerkstelligte Bencic mit einem Winner von der Grundlinie. Das Break im zweiten Satz schenkte ihr Kerber mit einem Schlag ins Netz.

«Mein Plan war, um jeden Punkt zu kämpfen. Ich bin stolz darauf, wie ich gespielt habe», sagte Bencic. «Ich habe alles gegeben, was ich noch hatte. Aber Belinda hat super gespielt und mein Akku war leer», erklärte die Verliererin.

Am 16. und 17. April spielen die Schweizerinnen in Luzern oder St. Gallen den Halbfinal gegen Tschechien. Die Tschechinnen sind derzeit das Mass aller Dinge: Sie habe vier der letzten fünf Austragungen für sich entschieden. Im anderen Halbfinal stehen sich Frankreich und die Niederlande gegenüber.

(ak/sr/si)

Erstellt: 07.02.2016, 13:57 Uhr

Artikel zum Thema

Verblüffende Reife einer 18-Jährigen

Kommentar Belinda Bencic bewies in Leipzig erneut, dass sie keine Angst vor grossen Namen hat. Mehr...

Bencic überzeugt – Kerber zu stark für Bacsinszky

In Leipzig spielt das Schweizer Fed-Cup-Team um ein Halbfinal-Ticket. Nach den ersten beiden Einzeln heisst es 1:1. Mehr...

High Noon in der Leipziger Messe

Bencic, Bacsinszky und Hingis fordern im Fed-Cup-Viertelfinal Deutschland mit Melbourne-Siegerin Kerber. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Outdoor Der Boulder-Slang – von Arête bis Undercling

Sweet Home Zeitreise im Zickzack

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Nacktbaden: TeilnehmerInnen des Dark Mofo Sommersonnenwenden Nackschwimmens stürzen sich in den Fluss Derwent im australischen Hobart. (22.Juni 2018)
(Bild: Rob Blakers/EPA) Mehr...