Thiem fordert den Sandkönig im Final

Nach mehreren wetterbedingten Unterbrüchen setzt sich der Österreicher in fünf Sätzen gegen Novak Djokovic durch. Nun wartet Nadal.

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Dominic Thiem hat die Grand-Slam-Siegesserie von Novak Djokovic beendet und die Hoffnungen des Weltranglisten-Ersten auf den vierten grossen Titel nacheinander zerstört. Der 25-jährige Österreich entschied den tags zuvor abgebrochenen und am Samstag wegen Regens erneut für eine Stunde unterbrochenen Halbfinal gegen den 32-jährigen Serben in am Ende nervenaufreibenden 4:13 Stunden 6:2, 3:6, 7:5, 5:7, 7:5 für sich.

«Es war ein grossartiger Match. Ich habe zum ersten Mal fünf Sätze in Roland Garros gespielt, das war ein guter Anfang», sagte Thiem, der beim Stand von 5:3 seine ersten beiden Matchbälle noch leichtfertig verspielt hatte und schliesslich seinen dritten Matchball nutzte.

Der dritte Matchball bringt den Sieg: Dominic Thiem steht im Final von Paris. Video: SRF

Im Endspiel am Sonntag (15.00 Uhr/SRF 2) trifft Thiem in einer Neuauflage des Vorjahresfinals auf den elfmaligen Roland-Garros-Champion Rafael Nadal. «Immer wenn hier einer ins Endspiel kommt, spielt er gegen Rafa», scherzte Thiem. «Ich werde alles versuchen. Er ist der Favorit, aber ich freue mich drauf.» Der Spanier Nadal hatte sich am Freitag gegen Roger Federer glatt in drei Sätzen mit 6:3, 6:4, 6:2 durchgesetzt und seinen zwölften Paris-Final erreicht.

«Ich gehe selbstbewusst in den Match»

«Wer auch immer es sein wird, es wird kompliziert. Wir sprechen über die Nummer eins und die Nummer vier der Welt», hatte Nadal gesagt, der nun einen Tag mehr Pause hatte und ausgeruhter in das Endspiel gehen wird. «Ich hoffe, dass ich bereit bin, gegen wen auch immer mein Bestes zu geben, aber ich gehe selbstbewusst in den Match.»

Die meisten Beobachter und Experten hätten wohl eher mit Djokovic als zweitem Final-Teilnehmer gerechnet. Ohne Satzverlust war der 15-malige Grand-Slam-Gewinner bis zu seinem Halbfinal durch das Turnier gerauscht. Im Viertelfinal liess er dem Weltranglisten-Fünften Alexander Zverev keine Chance. 26 Grand-Slam-Matches in Serie hatte Djokovic nicht verloren, die Australian Open, Wimbledon und die US Open gewonnen. Die historische Chance auf den sogenannten Nole-Slam, also alle vier grossen Titel zur gleichen Zeit zu halten, aber war am frühen Samstagnachmittag dahin.

Das Wetter nervt die Nummer 1

Um 18.30 Uhr hatten die Organisatoren am Freitag beschlossen, das Spiel wegen orkanartiger Böen zu vertagen. Djokovic kam mit den Bedingungen ganz offensichtlich schlechter zurecht als Thiem. Vor allem im ersten Satz haderte der Serbe viel, schützte sich bei den Seitenwechseln immer mit einem Handtuch über dem Kopf vor dem umherwirbelnden Sand oder blickte genervt zum Himmel.

So mussten Djokovic und Thiem am Samstag um 12.00 Uhr auf dem Center Court nachsitzen – und erneut erwischte der Österreicher den besseren Start. 7:5 gewann er den dritten Satz, er überrumpelte seinen Kontrahenten immer wieder mit unerreichbaren Stoppbällen.

Im vierten Satz holte Thiem zwar zunächst einen 2:4-Rückstand auf, gab den Durchgang aber in 54 Minuten ab. Djokovic verschwand in der Kabine – und kassierte wenig später im fünften Satz das Break zum 1:4. Doch dann fing es wieder an zu regnen und die Spieler flüchteten für etwas mehr als eine Stunde vom Platz. Danach sahen die Zuschauer ein Nervenspiel. Thiem vergab Breakbälle zum 5:1. Mit zwei leichten Rückhand-Fehlern verschluderte er die ersten beiden Matchbälle. Beim dritten aber landete seine Vorhand für Djokovic unerreichbar im Feld. (dpa)

Erstellt: 08.06.2019, 16:03 Uhr

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