«Unsere Fans waren unglaublich»

Nach dem souveränen Doppelsieg gegen Frankreich spricht Roger Federer von «einem der besten Doppel, die wir je gespielt haben».

«Wawrinka und ich harmonierten sehr gut»: Roger Federer an der Pressekonferenz. (Video: Sebastian Rieder)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mit einem starken Volley am Netz setzte Stanislas Wawrinka nach über zwei Stunden den perfekten Schlusspunkt. Der 29-jährige Lausanner zeigte auch in der entscheidenden Phase des Spiels keine Schwäche und assistierte Federer bei dessen letztem Aufschlagsspiele mit bestechender Sicherheit. «Stan spielte unglaublich heute. Er war ein grosser Rückhalt für mich», sagte Federer im Platzinterview.

24 Stunden zuvor hatte Federer den Court noch als Verlierer verlassen, Selbstvertrauen gab ihm die Tatsache, dass sein Rücken in nicht mehr beeinträchtige; von seiner Bestform war er bei der 0:3-Niederlage aber weit entfernt. Ganz anders die Verfassung von Wawrinka, der im Startspiel gegen Tsonga nur einen Satz abgab, seine Euphorie konservierte und die Energie ins Doppel fliessen liess.

«Roger und Stan sind fast nicht zu schlagen»

Federer liess sich von Wawrinkas Hochgefühl anstecken und spielte sich ebenfalls in einen Rausch. Bereits im ersten Satz verströmte das Schweizer Duo grosse Harmonie und suchte die Punkte resolut. «Wir haben sehr aggressiv gespielt und eine starke Leistung gezeigt», sagte Wawrinka, der zwar nicht so stark wie Federer servierte, aber dank seiner Power und Präzision das französische Doppel vor grosse Probleme stellte.

Entsprechend enttäuscht präsentierten sich Richard Gasquet und Julien Benneteau nach der Niederlage. «Wir waren ein paar Mal nahe am Break», sagte Benneteau und trauerte den verpassten Chancen nach. «Wir hätten die Aufschläge besser lesen müssen.» Am Ende und blieb den beiden Franzosen nur der Respekt vor einem übermächtigen Gegner: «In dieser Form sind Roger und Stan fast nicht zu schlagen.»

Grossen Anteil am Schweizer Doppelerfolg hatten auch die über 3000 Schweizer Fans im Stade de Pierre Mauroy. «Unsere Fans waren unglaublich», sagte Federer an der Pressekonferenz nach dem Match, «es fühlte sich wie ein Heimspiel an.» In dem zur Tennisarena umfunktionierten Fussballstadion sorgten die rund 25'000 französischen Zuschauer für eine wunderbare Atmosphäre, die ultimative Unterstützung blieb aber weitgehend aus. Das lag vornehmlich daran, dass Federer und Wawrinka alle Breakchancen des Heimteams zunichte machten.

Vollenden Federer und Wawrinka das helvetische Tennis-Wunder? Das grosse Multimedia-Special zum Davis-Cup-Final.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.11.2014, 19:06 Uhr

Artikel zum Thema

Federer und Wawrinka bringen die Schweiz in Führung

Was für ein Auftritt von Roger Federer und Stan Wawrinka im Doppel! Das Duo gewinnt gegen Julien Benneteau und Richard Gasquet in drei Sätzen mit 6:3, 7:5 und 6:4. Mehr...

«Die Verletzung ist wie ein Geist»

Nach seiner klaren Niederlage gegen Gaël Monfils sucht Roger Federer nach Erklärungen und verarbeitet die Enttäuschung mit einer kleinen Spasseinlage. Mehr...

Warum nicht Wawrinka?

Analyse Nach dem grandiosen Sieg im ersten Davis-Cup-Finalspiel kann die Schweizer Nummer 2 zum grossen Helden werden. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Nacktbaden: TeilnehmerInnen des Dark Mofo Sommersonnenwenden Nackschwimmens stürzen sich in den Fluss Derwent im australischen Hobart. (22.Juni 2018)
(Bild: Rob Blakers/EPA) Mehr...