Verblüffende Reife einer 18-Jährigen

Belinda Bencic bewies in Leipzig erneut, dass sie keine Angst vor grossen Namen hat.

Kein Zittern, wenn grosse Siege locken: Belinda Bencic in Leipzig.

Kein Zittern, wenn grosse Siege locken: Belinda Bencic in Leipzig. Bild: Walter Bieri /Keystone

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Der letzte Akt war die Martina-Hingis-Show. Im entscheidenden Doppel war die Grande Dame des Frauentennis die bestimmende Figur auf dem Court, überforderte Petkovic/Grönefeld mit ihrer Übersicht und ihrem brillanten Netzspiel. Doch die Spielerin des Fed-Cup-Wochenendes war Belinda Bencic, die an allen drei Punkten beteiligt war und erneut einen Beweis ihrer verblüffenden Reife abgab. Sie gab sich völlig unbeeindruckt vom Rummel in Leipzig und der Euphorie um Angelique Kerber. Die Australian-Open-Siegerin ist überzeugt, dass ihr Triumph auf ihre Gegnerinnen abstrahlt, sie nun mit mehr Respekt gegen sie auftreten. Bei Bencic war davon nichts zu sehen. Sie holte die müde gespielte deutsche Teamleaderin in die Realität zurück, fügte ihr die erste Niederlage als Major-Siegerin zu.

Die 18-Jährige bewies in Leipzig erneut, dass sie keine Angst vor grossen Namen hat. 2015 gelang ihr in Montreal ihr erster Sieg gegen Dominatorin Serena Williams, den sie als ihren wichtigsten bezeichnet. Von den ­aktuellen Top 5 hat sie alle geschlagen. Ihr Händchen beginnt nicht zu zittern, wenn grosse Siege locken. Gegen Kerber spielte sie, als sie die Vorteile auf ihre Seite gebracht hatte, den Match mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit zu Ende. Besonders beeindruckend war, wie offensiv sie auf der ultra­schnellen Unterlage auftrat. Sie schlug mehr Winner als Kerber (27:24), davon 23 mit der Vorhand, die sie jüngst enorm entwickelt, mit mehr Spin versehen hat und so besser offensiv einsetzen kann. Kein Jahr ist es her, dass Bencic vor allem als Konterspielerin bekannt war, die mit ihrer Ball­sicherheit punktet. Inzwischen kann sie das Spiel immer mehr bestimmen. Das ist wichtig, finden doch die meisten ­Turniere auf schnellen Belägen statt.

Ob sie nicht langsam ungeduldig werde, dass sie immer noch auf ihren Grand-Slam-Titel warten müsse, wollte in Leipzig ein Journalist von ihr wissen. Sie schmunzelte nur und verneinte. Sie wolle Schritt für Schritt nehmen. Ihre beeindruckenden Auftritte am Fed-Cup waren wieder ein Schritt. Der nächste folgt bestimmt.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.02.2016, 22:25 Uhr

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