Warum Federer schon an 2019 denkt

Der abgesetzte Wimbledon-Champion richtet seinen Fokus nach dem schmerzhaften Aus gegen Anderson rasch in die Zukunft.

Roger Federer verliert gegen Kevin Anderson und kann seinen Titel nicht verteidigen. Video: SRF

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Was tun mit dem angefangenen Sommer? Diese Frage könnte sich für Roger Federer stellen, nachdem sein Wimbledon-Aufenthalt etliche Tage früher zu Ende ging, als dies geplant war. Gegen den Südafrikaner Kevin Anderson musste er in seinem 53. Grand-Slam-Viertelfinal erst die 10. Niederlage hinnehmen, womit er an seinem Lieblingsturnier erstmals seit fünf Jahren wieder die Halbfinals verpasste.

Dies eröffnet vor allem Rafael Nadal eine goldige Gelegenheit. Sollte der Mallorquiner, der Del Potro in fünf Sätzen niederrang und nun auf Djokovic trifft, am Sonntag seinen dritten Wimbledonsieg holen nach 2008/10, würde Federer in der Weltrangliste schon 3500 Punkte hinter dem Spanier liegen; ein Rückstand, der sich in diesem Jahr nur noch schwerlich aufholen liesse. Und damit sässe ihm Nadal mit 18 Majortiteln in der Liste der häufigsten Grand-Slam-Sieger zudem wieder bedrohlich eng im Nacken.

«Analysieren bringt nicht viel»

Für den 20-fachen Majorchampion geht es vorerst darum, seine Enttäuschung zu verarbeiten, umso mehr, als er bereits eine 2:0-Satzführung und einen Matchball herausgespielt hatte. «Diese Partie zu analysieren bringt aber nicht viel», sagte er. «Spiele gegen grosse Aufschläger sind immer tückisch, da ist man nie sicher, selbst wenn man zu Matchbällen kommt. Ein einziger Punkt kann den Unterschied ausmachen, und drei Stunden später sitzt du da und erklärst eine Niederlage.» Es hätten ihm die aussergewöhnlichen Schläge gefehlt, die speziellen Returns. Und am Ende habe er auch den ersten Aufschlag zu sehr forciert, anstatt diesen präziser und schlauer zu schlagen und dadurch zu vermeiden, dass Anderson zu viele Chancen erhielt, seine zweiten Bälle anzugreifen, «denn darin ist er gut.» Es sei sehr enttäuschend, dass er diese Absicht nicht besser umgesetzt habe, so Federer.

Der Plan sei, nun einige Tage zu pausieren, dann aber schon bald das Training aufzunehmen, um für die nordamerikanische Hartplatzsaison in guter Form zu sein, zuerst mit Fitnesscoach Pierre Paganini. «Ich denke, dass ich rasch etwas anderes in Angriff nehmen werde.» Beim Bewältigen der Enttäuschung dürfte ihm auch helfen, dass er nun mit der Familie in die Schweiz zurückkehren und dort Freunde treffen könne, spekulierte Federer. «Ich bin zwar schon sehr enttäuscht, aber man braucht sich nicht zu beunruhigen. Ich habe genug Erfahrung, um zu wissen, dass es im Leben solche Partien gibt, die einem wie Sand durch die Finger rutschen können. Das sind die harten, die tun speziell weh.»

Offen ist, ob seine Rückkehr auf die Tour im August in Toronto (ab dem 6. August) oder erst eine Woche später in Cincinnati erfolgt. Üblicherweise bestreitet er zwischen Wimbledon und dem US Open, das am 27. August beginnt, lediglich ein Hartplatzturnier. Als er letztes Jahr in Cincinnati und Montreal antreten wollte, verletzte er sich in Kanada, wo er das Endspiel gegen Alexander Zverev verlor, am Rücken um war danach wochenlang angeschlagen.

Kehrt Federer 2019 wieder zurück auf Sand?

Federers Blick wanderte aber schon weiter voraus, in den Sommer 2019. Gefragt, ob er dieses Jahr mit Stuttgart, Halle und Wimbledon auf Rasen möglicherweise zu viel gespielt habe, sagte er: «Nein, ich fühlte mich wunderbar auf dem Platz, bewegte mich gut, fühlte mich spritzig. Das Konditionstraining zahlte sich aus. Aber ich weiss nicht, ob ich den Sommer nächstes Jahr gleich plane wie dieses Jahr. Ich weiss ja nicht einmal, was dann mit der Sandsaison läuft. Das einzige, das ich weiss, ist dass ich dann wieder in Halle spielen werde.»

Und, natürlich, in Wimbledon. Denn so viel ist klar: Die Partie gegen Anderson kann nicht der letzte Auftritt des Rasenkönigs in Wimbledon gewesen sein. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.07.2018, 13:53 Uhr

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