«Was er mit 35 leistet, ist unfassbar»

Tommy Haas ist in Paris der älteste Viertelfinalist seit über 42 Jahren und kann sein Glück kaum fassen. Der 35-jährige Deutsche erntet vor dem Duell mit Novak Djokovic viel Bewunderung von Roger Federer.

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Dass es so schnell gehen würde, hätte Tommy Haas (ATP 14) nicht gedacht. In nur 84 Minuten fegte er Michael Juschni (ATP 31) vom Platz. Gerade mal fünf Games gestand er seinem Kontrahenten zu. Der schnell gereizte Russe hatte schon beim ersten Satzverlust Mühe, seine Emotionen unter Kontrolle zu halten. Für Haas eine willkommene Ablenkung: «Ich finde das immer ganz witzig, aber auch gut, dass ein Spieler auch seine Emotionen zeigt», sagt Haas gegenüber Eurosport.

Das erste Break im 2. Satz löste bei Juschni dann schliesslich einen Tobsuchtsanfall aus: Die Spielerbank musste als Schlachtbank für seinen Schläger herhalten. «Juschni ist bekannt dafür, dass er gelegentlich total durchdreht. Das war so eine Situation. Er musste den Frust irgendwo rauslassen. Er war natürlich nicht zufrieden mit seinem Spiel, dementsprechend hat der Schläger etwas abbekommen», sagt Haas, der es am French Open im zwölften Anlauf erstmals in die Viertelfinals geschafft hat.

Die anstehende Begegnung mit Novak Djokovic (heute, ca. 15.30 Uhr) löst bei Tommy Haas regelrechte Glücksgefühle aus. «Das ist schon unglaublich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das noch einmal schaffe. Das macht mich stolz.» Obwohl Haas die letzte Partie gegen Djokovic vor drei Monaten in Key Biscane für sich entscheiden konnten, sind die Chancen auf einen Erfolg gegen die Weltnummer 1 verschwindend klein. Wie ein Sieger fühlt er sich trotzdem schon. Denn der 35-jährige Deutsche ist der älteste Viertelfinalist in Roland Garros seit über 42 Jahren.

Federer: «Viele hätten längst das Handtuch geworfen»

Zwei Jahre nach seiner Hüftoperation ist Haas wieder zurück, stärker denn je. «Das ist ein bisschen unwirklich, das Ganze. In dem Alter kannst du zwar noch auf so etwas hoffen – aber nicht damit rechnen. Ich denke selbst oft: ‹Das kann nicht wahr sein›», sagt Haas, der sich nicht nur über sich selber wundert, sondern mit seinem jüngsten Comeback vor allem grosse Bewunderung auslöst. «Eine ganz, ganz grosse Leistung von Tommy», sagt Roger Federer, «es ist erstaunlich, wie er sich immer wieder zurückgekämpft hat. Viele in seiner Lage hätten längst das Handtuch geworfen.»

17 Jahre dauert die Karriere von Tommy Haas schon, an ein Ende will der Familienvater nicht denken – im Gegenteil: Wegen der vielen Zwangspausen schätzt er sich jünger ein, als er tatsächlich ist. «Als Athlet bin ich jünger, vielleicht Anfang 30. Und das ist heute ein gutes Alter», sagt er. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.06.2013, 10:18 Uhr

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