Wawrinka, das hohe Amt und die Zeitschinder

Stanislas Wawrinka ist bereit, Nachfolger von Roger Federer als Präsident des Players Council zu werden. Und an der PK überraschte er mit einer Aussage zu den Zeitschindern.

Kämpferisch auch neben dem Court: Stan Wawrinka.

Kämpferisch auch neben dem Court: Stan Wawrinka. Bild: Keystone

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Nach seinem souveränen Vorstoss in die Achtelfinals von Wimbledon, wo er am Dienstag auf den spanischen Linkshänder Feliciano López trifft, erklärte Stan Wawrinka am Montag, dass er sich gut vorstellen kann, zum Präsidenten des Players Council gewählt zu werden. Er würde damit Nachfolger von Roger Federer, der sich nach sechs erfolgreichen Jahren an der Spitze dieses Gremiums eben zurückgezogen hat. Wawrinka wurde vor Wimbledon bereits in diese Gruppe, die die Interessen der Spieler vertritt, gewählt. Welches der Mitglieder Präsident wird, entscheidet sich aber erst Ende August am US Open.

«Ja, ich bin interessiert», sagte Wawrinka gestern. «Der Präsident sollte auf jeden Fall ein Einzelspieler und ein Vertreter der Top-Ten sein. Denn ein Players Council braucht einen Vorsitzenden, dessen Namen man kennt. Ansonsten hätte es kein Gewicht mehr.» Die Chancen, dass der 29-jährige Lausanner in New York tatsächlich gewählt wird, dürften gut stehen, hört man sich im Tenniscircuit um. Der Schweizer des Jahres gehört zu den beliebtesten Profis und geniesst auch eine sehr hohe Glaubwürdigkeit.

Eine «Shot Clock» wider das Zeitschinden

Dass Wawrinka bereit ist, sein Wort zu erheben, zeigte sich auch im englischen Teil seiner Medienkonferenz. Ein Fragesteller wollte wissen, ob er es sich vorstellen könnte, dass auf den Courts Uhren installiert würden, die die Zeit anzeigen, die seit dem Ende des letzten Ballwechsels vergangen ist. Diese sogenannte «Shot clock» geistert als Möglichkeit herum, da sich etliche Spieler mehr als 25 Sekunden Zeit lassen, ehe sie wieder aufschlagen – allen voran Rafael Nadal. «Das wäre interessant», antwortete Wawrinka etwas überraschend. «Viele Spieler nehmen sich zu viel Zeit, ohne dass sie vom Schiedsrichter etwas zu hören bekommen. Und wenn sie einmal ermahnt werden, beklagen sie sich an den Pressekonferenzen noch darüber.»

Die ATP habe zwar vor einem Jahr den Langsamspielern den Kampf angesagt, aber dieses Bestreben rasch wieder aufgegeben. Er wäre dafür, dass jene Spieler, die regelmässig 28 bis 30 Sekunden beanspruchen, regelmässig gebüsst werden, so Wawrinka. Und um diese Regel durchzusetzen, sei eine Uhr das beste Mittel, weil dadurch die Schiedsrichter unter Druck gesetzt würden. «Auf kleinen Courts verteilen sie zwar Warnungen, aber auf dem Centre Court machen sie das nicht.»

Rosol: Nadal nicht nach den Regeln

Auch Roger Federer sprach sich in Wimbledon einmal mehr gegen die Zeitschinder aus, eine Uhr auf dem Court ist ihm aber ein zu starkes Mittel. Klartext sprach auch Lukas Rosol, nachdem er in der zweiten Runde gegen Rafael Nadal verloren hatte: „Alle Spieler sollten gleich viel Zeit zur Verfügung haben. Aber die besten Spieler nehmen sich immer mehr Zeit, und niemand sagt etwas.» Nadal habe sich «immer eine Minute» Zeit genommen, übertrieb er. «Er macht alle seine Rituale. Jemand muss es ihm sagen. Ich reklamierte zwar, aber der Ref behauptete immer, es sei okay. Er ging schlicht nicht nach den Regeln.»

Erstellt: 30.06.2014, 18:08 Uhr

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