Wawrinka gegen Federer – Djokovic sichert sich die Nummer 1

In den Halbfinals von London kommt es heute Abend zum Duell der beiden Schweizer Davis-Cup-Finalisten.

Geschafft: Wawrinka macht den ersten Schweizer Halbfinal an einem Masters perfekt. Bild: Keystone

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Die Gruppenphase der World Tour Finals ging gestern mit einem Dreisatzsieg Stan Wawrinkas gegen Marin Cilic zu Ende (6:3, 4:6, 6:3). Wie es sich abgezeichnet hatte, kommt es damit heute zu Halbfinals zwischen Novak Djokovic und Kei Nishikori sowie, am Abend (21 Uhr), Wawrinka und Roger Federer – sechs Tage vor Beginn des Davis-Cup-Finals in Lille gegen Frankreich. Am Nachmittag hatte Djokovic mit einem 6:2, 6:2 über Tomas Berdych sichergestellt, dass er zum dritten Mal innert vier Jahren ein Jahr als Nummer 1 beenden wird. Indem er die Serie der Kantersiege fortsetzte, erleichterte er Wawrinkas Aufgabe sehr.

Der Australian-Open-Champion wusste vor dem Spiel gegen US-Open-Sieger Cilic (ATP 9) dadurch, dass er nur drei Games gewinnen musste, um selbst bei einer Niederlage dank dem besseren Gameverhältnis gegenüber dem Kroaten und Berdych weiterzukommen. Er brauchte lediglich 13 Minuten, bis es so weit war – nach einem Break zum 3:1.

Vom 0:2 zum 6:3

Dieses genügte ihm, um den ersten Satz zu gewinnen. Bei 4:5 im zweiten Durchgang aber geriet er in eine Baisse. Ohne Punktgewinn wurde er zum Satzverlust gebreakt, und auch das nächste Aufschlagspiel gab er zum 0:2 im Entscheidungssatz ab. Er war verärgert, fasste sich aber nochmals, glich aus und sicherte sich nach zwei weiteren Breaks gegen den schwachen Kroaten dennoch die 200 ATP-Punkte und 155 000 Dollar Preisgeld für den Sieger. Ein Erfolg, der seinem Selbstvertrauen gut tun dürfte. Wawrinka und Federer treffen bereits zum 17. Mal aufeinander, zum zweiten Mal in Folge in London. Der Viertelfinal in Wimbledon hatte im Sommer eine hochklassige Partie und mit einem 3:6, 7:6 (5), 6:4, 6:4 den 14. Federer-Sieg gebracht. Wie im All England Club wurde Wawrinka auch in der 02-Arena vom Spielplan – zumindest leicht – benachteiligt. Während er das letzte Gruppenspiel bestreiten musste, kam Federer gestern zu einem weiteren Ruhetag. Alles andere als ein Sieg des Baselbieters wäre auch eine grosse Überraschung.

Der Dank an Becker

Djokovic konnte noch auf dem Court den Pokal für den Weltranglistenersten der Saison entgegennehmen. «Es ist schwer zu sagen, was wichtiger ist – die Nummer 1 oder ein Grand-Slam-Titel», sagte der Serbe. Und strich die Bedeutung seiner Coaches Boris Becker und Marian Vajda heraus, die diesen Erfolg ausgelassen feierten. «Zwar hatten wir Hochs und Tiefs und brauchten einige Monate, bis wir wussten, wie wir zu dritt arbeiten müssen. Aber in Rom klickte es», so der Wimbledonsieger, der zudem in diesem Jahr heiratete und erstmals Vater wurde. Vor allem auf mentaler Ebene habe ihm Becker geholfen.

Noch zwei Siege trennen ihn vom Titel-Hattrick am Saisonfinale, an dem er bisher (wie Federer) souveräner auftrat denn je. Gegen Cilic, Wawrinka und Berdych gab er nur neun Games ab, entsprechend klar ist er gegen Nishikori favorisiert. Am US Open war er dem Japaner zwar im Halbfinal unterlegen. Als Referenz für ihr fünftes Duell taugt aber wohl die letzte Begegnung besser, die der an Hallenturnieren seit 30 Partien unbesiegte Djokovic kürzlich im Halbfinal von Paris 6:2, 6:3 gewann.

Erstellt: 14.11.2014, 23:39 Uhr

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