Wawrinkas Verwandlung

Stanislas Wawrinka tritt so souverän auf wie wohl noch nie im Davis-Cup. Dabei galt die Schweizer Nummer 2 noch vor kurzem als Risikofaktor.

Zweiter Tag, zweiter Sieg: Stanislas Wawrinka nach dem erfolgreichen Doppel mit Roger Federer. (22. November 2014)

Zweiter Tag, zweiter Sieg: Stanislas Wawrinka nach dem erfolgreichen Doppel mit Roger Federer. (22. November 2014) Bild: Denis Charlet/AFP

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Tennis ist eine kurzlebige Sportart. Die Helden von gestern sind die Versager von heute – und umgekehrt. Erst drei Wochen ist es her, als Stan Wawrinka nach einer Niederlagenserie als Risikofaktor für den Davis-Cup-Final galt, Roger Federer dagegen als sichere Bank. Klar schien auch, dass die beiden im Doppel kaum eine Chance haben würden.

Und nun das: Wawrinka trat in Lille so souverän auf wie wohl noch nie im Davis-Cup, er dominierte Frankreichs Nummer 1, Tsonga, wie nie zuvor und führte Federer zu einem Sieg im Doppel, wie ihn sich in dieser Deutlichkeit kaum einer hätte vorstellen können. Die letzten vier gemeinsamen Einsätze im Davis-Cup hatten sie alle verloren.

Während Wawrinka am Saisonfinale Selbstvertrauen schöpfte, hatte Federer London am Montag verletzt verlassen, sein Einsatz in Lille war bis zuletzt gefährdet. Er erlitt am Freitag gegen Monfils denn auch eine brutale Niederlage. Doch die hatte, wie sich zeigte, viele gute Seiten: Er gewöhnte sich an die Bedingungen, merkte, dass der Rücken den Belastungen wieder standhält und verschwendete auch keine Kraft.

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Franzosen sind moralisch angeschlagen

Noch ist nichts gewonnen – aber die Chancen zum ersten Davis-Cup-Triumph der Schweiz stehen gut. Das Szenario, dass sie am Samstag 2:1 führen und jeder der beiden Ausnahmekönner noch kaum Energien verbraucht haben würde, wäre noch am Donnerstag unrealistisch erschienen.

Für die Franzosen dagegen verlief Lille bisher höchst unglücklich, abgesehen vom grossartigen Auftritt von Monfils. Ihre Strategie, sich wochenlang auf diese Begegnung vorzubereiten, ging bisher nicht auf. Und nur je eine Partie reichte, damit Tsonga und Gasquet – von denen einer wohl am Sonntag gegen Federer spielen wird – zumindest moralisch angeschlagen sind, Tsonga offenbar auch körperlich. Für einmal liegt nun auch nicht der ganze Druck auf Federer: Wawrinka scheint mehr denn je fähig, grosse Spiele gegen die schwierigsten Gegner zu gewinnen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.11.2014, 21:31 Uhr

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