Hintergrund

Wie Marc Rosset die Schweiz erlöste

Tagesanzeiger.ch/Newsnet lässt während London 2012 täglich ein denkwürdiges Olympia-Ereignis Revue passieren. Heute: Marc Rossets erlösender Sieg in Barcelona 1992.

Schauen Sie sich die letzten beiden Ballwechsel des Finals ab 7:05 Minuten an.


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Als Marc Rosset am Samstag, dem 8. August 1992, in den Sand von Barcelona sank und mit den Händen sein Gesicht bedeckte, atmete die ganze Schweiz auf. Der Romand hatte soeben den Spanier Jordi Arrese nach fünf Stunden und drei Minuten vor heimischem Publikum niedergerungen und der Schweiz die einzige Olympiamedaille dieser Spiele beschert. Der damals 21-Jährige zeigte besonderen Kampfgeist und entschied den Final nach einer vergebenen Zweisatzführung in der Verlängerung des fünften Durchgangs für sich – 7:6, 6:4, 3:6, 4:6, 8:6 lautete das Verdikt.

Rossets Finaleinzug war damals eine grosse Überraschung, zumal der Genfer bereits in den Achtelfinals auf die damalige Weltnummer 1, den US-Amerikaner Jim Courier, traf. Doch der Schweizer schaffte den Exploit und liess dem Favoriten keine Chance – 6:4, 6:2, 6:1 hiess es. Dass dieser Sieg kein Glücksfall war, bewies Rosset mit seinen beiden nächsten Siegen: In den Viertelfinals schlug er den spanischen Sandplatzspezialisten Emilio Sánchez in vier Durchgängen, ehe er mit einem klaren Dreisatzerfolg in den Halbfinals gegen Goran Ivanisevic nachsetzte.

Im Endspiel sah es zunächst nach einem weiteren schnellen Sieg aus: Rosset führte mit 2:0 Sätzen, als der heisse spanische Sommer seinen Tribut forderte. Der Riese aus der Schweiz brach ein, auch aufgrund eines starken, durch eine lange Vorbereitung gestählten Jordi Arrese. Der Spanier kämpfte sich vor 7000 heimischen Fans zurück in die Partie. Rosset glaubte aber immer noch an seine Chance und sicherte sich ein Break, das ihn sogleich 4:2 in Führung brachte. Doch in seinem nächsten Aufschlagspiel unterlief Rosset bei Breakball Arrese ein Doppelfehler und die spanischen Fans hofften, der Schweizer sei nun endgültig besiegt. Nachdem beide Spieler in der hitzigen Schlussphase ihren Aufschlag dreimal durchgebracht hatten, gelang Rosset schlussendlich doch noch das goldene Break zum 8:6.

Die einzige Schweizer Medaille

Im Rückblick auf seinen grössten Sieg sagt Rosset: «Vor zwanzig Jahren war für mich olympisches Tennisgold noch nicht so prestigeträchtig wie zum Beispiel ein Sieg im 100-Meter-Sprint. Das Ansehen in der Tenniswelt kam meiner Meinung nach erst mit den Siegen von Spielern wie Andre Agassi oder Rafael Nadal.» Auch die Tatsache, dass er die einzige Medaille für die Schweiz gewann, sei speziell: «Für mich war es ein gutes Gefühl, als ich wieder zu Hause war.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.07.2012, 09:07 Uhr

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