«Als Roger weinte, hatte ich Panik»

Christina Macfarlane brachte Roger Federer zum Weinen. Nun schildert die CNN-Reporterin ihre spezielle Begegnung mit dem Tennisstar.

Der Tennisstar bricht bei der Frage nach seinem verstorbenen Coach in Tränen aus. Video: CNN

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Sie ist die Frau, die diese eine Frage stellte, die Roger Federer aus der Fassung brachte. Als Christina Macfarlane den Tennisstar in Dubai für CNN interviewte und das Gespräch auf dessen verstorbenen Jugendtrainer Peter Carter lenkte, konnte Federer seine Emotionen nicht mehr kontrollieren. Er weinte. Die Szene ging um die Welt.

Nun hat die britische Reporterin erzählt, wie sie den speziellen Moment erlebte und was Federers Tränen bei ihr auslösten. «Ich hatte Panik!», sagt sie gegenüber Blick.ch. «Denn das war keine normale Situation – ich fühlte mich verantwortlich, deshalb entschuldigte ich mich auch sofort.» Seine Reaktion sei überraschend heftig gewesen. «Er weinte nicht ein bisschen wie Andy Murray, sondern wurde richtiggehend geschüttelt. Irgendwie typisch Roger: Wenn er etwas macht, dann richtig.»

Der unerwartete Zwischenfall führte dazu, dass das Interview unterbrochen werden musste, «um Roger etwas Zeit zu geben». Danach sei Federer wieder ganz der Alte gewesen und habe gescherzt: «Was ist das mit euch? Entweder bringt ihr mich zum Lachen oder Heulen.» Im November 2009 brach Federer während eines Interviews mit dem damaligen CNN-Mann Pedro Pinto immer wieder in Gelächter aus, als dieser ihm Fragen auf Spanisch stellte. Dabei hätte er einfach nur ruhig dasitzen müssen.

Federer hat im Gespräch mit Pedro Pinto Lachkrämpfe. Video: Youtube

Dass die tränenreichen Sekunden herausgeschnitten werden, stand gemäss Macfarlane nie zur Debatte, auch weil Federer «nichts gesagt oder verlangt hat». Dennoch sei sie wegen der Carter-Szene nervös gewesen. «Als Roger sie dann retweetete, war ich erleichtert», sagt sie.

Für die Journalistin war die ganze Begegnung mit dem 20-fachen Major-Sieger ein aussergewöhnliches Erlebnis. Federer sei alleine zum Interview erschienen, habe sich eine Stunde Zeit genommen, sei danach weitere vierzig Minuten geblieben und habe mit der TV-Crew geplaudert. «In dieser Zeit mutierte er von einer Tennislegende, die beinahe übermenschlich ist, zu einem Freund», sagt Macfarlane und schwärmt: «Ich hoffte, dass Roger Federer eine menschliche Seite hat. Wie menschlich sie ist, übertraf meine Erwartungen um Längen.» (red)

Erstellt: 17.01.2019, 13:58 Uhr

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