Angeschlagene Gesundheit, schlechte Erinnerungen

«Ich muss das Turnier vorsichtig angehen», sagt Roger Federer vor dem Start ins Australian Open.

Schwierige Tage hinter und wichtige Tage vor sich: Roger Federer (ATP 3).

Schwierige Tage hinter und wichtige Tage vor sich: Roger Federer (ATP 3). Bild: Keystone

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Für eine Weltnummer 3, die das Australian Open schon viermal gewonnen hat, äussert sich Roger Federer in Melbourne vor seinem 65. Grand-Slam-Turnier in Folge auffallend zurückhaltend: «Ich muss es vorsichtig angehen, die Ruhe bewahren und den Weg ins Turnier finden», sagte er gestern im kleinen Kreis zu Schweizer Journalisten.

Seine Vorsicht ist begründet. Die starke Erkältung, die er sich vorletzte Woche in Brisbane zugezogen hatte, beeinträchtigte ihn auch vergangene Woche massiv. «Ich hatte Mühe mit dem Atmen, immer wieder Husten und fast zwei Wochen lang eine laufende Nase», so Federer. «Dazu schwitzte ich in der Nacht stark.» Am Mittwoch, als es in Melbourne über 40 Grad heiss war, liess er das Dach des Centre Court schliessen («Ich war immer noch schnell ausser Atem»), am Donnerstag liess er das Training in Rücksprache mit den Coaches Severin ­Lüthi und Ivan Ljubicic ganz ausfallen.

Am Freitag trainierte Federer dann mit Lleyton Hewitt, der vor seinem Abschiedsturnier steht, am Samstag mit dem Deutschen Alexander Zverev. Diese beiden Einheiten stimmten ihn wieder etwas zuversichtlicher. Er sei «wieder ­etwas mehr guten Mutes als zuvor», sagte er. «Endlich fühle ich mich wieder gesund, dazu spielte ich gegen Hewitt super.»

Vorsichtig ist er aber auch, weil er sich nur zu gut an 2015 erinnert: Damals hatte er sich vor Melbourne gross in Form gefühlt, war aber erstmals seit 2001 schon in Runde 3 gescheitert (an Andreas Seppi) – eine seiner überraschendsten Niederlagen. Zudem trifft er in Runde 1 auf einen Gegner, von dem er kaum etwas weiss: den 23-jährigen Nikoloz Basilaschwili. Der ­Georgier hatte sich letztes Jahr dreimal in Folge für Grand-Slam-Turniere qualifiziert und in Wimbledon Feliciano Lopez besiegt, nun steht er auf Rang 117 und wurde erstmals direkt in ein Major-Hauptfeld aufgenommen.

Wawrinka verzichtet auf Davis-Cup gegen Italien

Sorgenfrei zeigt sich dafür Stan Wawrinka in Melbourne. «Das war schon immer eines meiner Lieblingsturniere, meine Form stimmt, und das Selbstvertrauen ist gross», sagte der Australian-Open-Sieger von 2014, der in Chennai einmal mehr mit einem Titel in die Saison ge­startet ist. Auf Nachfrage erklärte der Lausanner, dass er entschieden habe, im März auf einen Einsatz im Davis-Cup-Achtelfinal ­gegen Italien in Pesaro (auf Sand) zu verzichten. «In diesem olympischen Jahr wäre das zu viel.»

Am Samstag traf auch Belinda ­Bencic in Melbourne ein, wo sie wie Federer auch schon am ersten Tag zum Einsatz kommt. Auch ihre Vorbereitung ist nicht ideal: Nach der Magenverstimmung, deret­wegen sie in Sydney im Halbfinal ­aufgab, fühle sie sich noch etwas schwach und nicht ganz fit», ­sagte sie. «Bis zum Montag sollte ich aber wieder voll da sein.» Die 18-Jährige beginnt ihr drittes ­Australian Open gegen Alison ­Riske (WTA 74), an die sie keine guten Erinnerungen hat: Die ­Amerikanerin hatte ihr 2014 in Tianjin in ihrem ersten WTA-Final eine klare Niederlage zugefügt (3:6, 4:6).

Die Startgegner der Schweizer Australian-Open-Teilnehmer

Federer (ATP 3) - Basilaschwili (Geo/117)

Wawrinka (4) - Tursunow (USA/265)

Bencic (13) - Riske (USA/74)

Bacsinszky (14) - Siniakova (Tsch/96)

Golubic (169) - Suarez-Navarro (Sp/10)

Erstellt: 17.01.2016, 09:29 Uhr

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