Auch vor der Weltpresse souverän

Belinda Bencic steht nach dem Startsieg am US Open mehr denn je im Fokus der internationalen Medien – und tritt mit 18 wie ein Routinier auf.

Trifft den Ball momentan sehr gut: Belinda Bencic.

Trifft den Ball momentan sehr gut: Belinda Bencic. Bild: Jerry Lai

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Der Interviewraum 2 war viel zu klein, als die 18-jährige Aufsteigerin an diesem drückend warmen Montagabend zur Medienkonferenz erschien. Schulter an Schulter drängten sich Journalisten aus allen Ländern im Raum, liessen die Fragen über sie niederprasseln – und das nach einem problemlosen Startsieg ohne grosse Geschichte.

Aber Belinda Bencic erfüllt auch solche Verpflichtungen längst so souverän und abgeklärt, wie sie in diesem Sommer auf dem Court aufzutreten pflegt. Sie spiele ja auch schon zum vierten Mal am US Open, sagte die Siegerin von Toronto: «Zuerst zweimal bei den Junioren, nun zweimal im Hauptfeld.» Gefragt, was sich seit ihrem Debüt verändert habe, lächelte sie und sagte: «Inzwischen darf ich auch in die grössere Garderobe. Und ich kenne die Wege, verlaufe mich nicht mehr.»

Die gefährlichen Japanerinnen

Bencic widerstand dem Trend des ersten Tages, an dem sich in ihrer Tableauhälfte die Reihen der Gesetzten schon sehr lichteten. Beim 6:1, 6:2 über die Bulgarin Sesil Karatantschewa (WTA 106) hinterliess sie in den 58 Minuten einen hoch motivierten und starken Eindruck. Sie ist auch am Mittwoch klar favorisiert, wenn sie auf die Japanerin Misaki Doi (WTA 88) trifft, die Daniela Hantuchova schlug. «Japanerinnen sind immer gefährlich. Sie kann sehr aggressiv spielen», sagte Bencic, die die erste Begegnung gegen die 24-jährige Linkshänderin 2013 in Tokio in zwei Sätzen gewann.

Von ihrer Handgelenkverletzung, die sie zur Aufgabe in Cincinnati gezwungen hatte, war auf Court 5 nichts zu merken. Sie habe nichts gespürt, sagte sie selber auch: «Ich war immer am Drücker und spielte solid.» Bencic bestreitet in New York auch alle drei Wettbewerbe: Im Doppel spielt sie mit der Tschechin Katerina Siniakova, im Mixed mit dem spanischen Linkshänder Fernando Verdasco. Diese Verbindung sei über Martina Hingis zustande gekommen, deren spanischer Manager sich auch um den Madrilenen kümmert, erklärte sie. Ihr Ziel sei es, möglichst lange am Turnier zu bleiben. «Und Doppel spielen ist weniger hart und macht auch mehr Spass als trainieren.»

Serena Williams im Viertelfinal

Was im Frauenturnier am ersten Tag alles geschehen sei, wolle sie gar nicht wissen, sagte die Ostschweizerin. Tatsächlich ist sie nach dem Forfait von Maria Scharapowa und den Niederlagen von Ana Ivanovic, Karolina Pliskova und Carla Suarez Navarro als Nummer 12 bereits die bestklassierte verbliebene Spielerin, auf die Serena Williams vor dem Endspiel treffen könnte. Die beiden würden sich im Viertelfinal gegenüberstehen.

Doch Bencic, eine von zwei Spielerinnen, gegen die die Nummer 1 dieses Jahr verloren hat, ist längst routiniert genug, um nicht weiter vorauszuschauen als bis zur nächsten Partie. «Wer mich kennt, weiss, dass ich keine grossen Erwartungen habe», sagte sie einer japanischen Reporterin, die bemerkte, sie müsse doch inzwischen sehr unter Druck sein, wo doch so viele Leute nun so viel von ihr erwarteten. Mit dieser Einstellung ist Bencic bisher jedenfalls ziemlich gut gefahren.

Erstellt: 01.09.2015, 09:05 Uhr

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