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«... auch wenn ich danach fünf Monate Pause machen muss»

Mit Schmerzen kämpfte sich Roger Federer durch fünf Sätze. Wird er ganz fit bis zum Sonntag?

So spektakulär kann Tennis sein: Federer und Wawrinka boten Höchstspannung über fünf Sätze.

Roger Federer hatte nach diesem dramatischen Schweizer Halbfinal zunächst Mühe, seine Gefühle zu sortieren. «Ich bin noch ganz durcheinander», sagte er im Interview. Und er betonte, dass er mitfühle mit Stan Wawrinka: «Er war sehr traurig, das sah ich beim Handshake in seinen Augen. Er hätte diesen Sieg auch sehr gerne gehabt.»

Der Baselbieter sagte sogar, er könne sich deshalb gar nicht so richtig freuen. Doch dies dürfte ihm je länger, desto besser gelingen. Er brauche zuerst etwas Zeit, um alles zu verdauen, sagte der 35-Jährige: «Ich hätte in meinen wildesten Träumen nicht geglaubt, dass ich so weit kommen würde. Am Schluss musste ich auf die Anzeigetafel schauen, um die Bestätigung zu haben, dass es tatsächlich stimmt. Und als ich beim Siegerinterview (mit Jim Courier) war, wusste ich, dass es so ist.»

Bildstrecke – der Schweizer Tennis-Krimi von Melbourne:

1. SatzDas 7. Schweizer Grand-Slam-Duell ist von Beginn weg ein enges Spiel. Beide müssen Breakchancen abwehren, bringen aber ihre Aufschlagspiele durch.
1. SatzDas 7. Schweizer Grand-Slam-Duell ist von Beginn weg ein enges Spiel. Beide müssen Breakchancen abwehren, bringen aber ihre Aufschlagspiele durch.
AFP
2. SatzAuch zu Beginn des zweiten Durchgangs bleiben beide Schweizer bei ihren Aufschlägen unangetastet.
2. SatzAuch zu Beginn des zweiten Durchgangs bleiben beide Schweizer bei ihren Aufschlägen unangetastet.
AFP
Danach behält der 'Maestro' die Nerven – mit 7:5, 6:3, 1:6, 4:6 und 6:3 entscheidet Federer das Schweizer Duell für sich und steht nun in seinem 28. Grand-Slam-Final. Dort wartet er auf den Sieger der Partie Nadal-Dimitrov.
Danach behält der 'Maestro' die Nerven – mit 7:5, 6:3, 1:6, 4:6 und 6:3 entscheidet Federer das Schweizer Duell für sich und steht nun in seinem 28. Grand-Slam-Final. Dort wartet er auf den Sieger der Partie Nadal-Dimitrov.
Reuters
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7:5, 6:3, 1.6, 4:6, 6:3 - erstmals führte das Duell zwischen Federer und Wawrinka über fünf Sätze. Und es war ein wildes, unberechenbares mit erstaunlichen Umschwüngen. Nach der 2:0-Satzführung Federers verliess Wawrinka weinend den Court und liess sich das Knie bandagieren. Nach dem 4. Satz, als es 2:2 stand, liess sich Federer vom Physio behandeln. «Ich nehme sonst keine Verletzungs-Timeouts.

Aber da Stan seines schon genommen hatte, dachte ich, es sei okay», erzählte Federer. Er habe schon ab dem zweiten Game die Adduktoren gespürt. Es sei eine Verletzung, die ihn schon die ganze Woche behindere. Anzusehen war Federer allerdings nichts. Und er sagte lächelnd: «Der Physio hat magische Hände.»

«Vielleicht werde ich ja nochmals topfit»

Es kam also zweimal zur kuriosen Szene (hier gehts zum Liveticker), dass der eine Spieler sich in der Kabine behandeln liess, derweil sich der anderen an ihm vorbeischlängelte, um aufs WC zu gehen. «Das erlebt man nicht oft», sagte Federer. «Aber wir kennen uns ja gut.» Fragt sich nur, ob seine Verletzung bis Sonntag wieder ausgeheilt ist. «Ich bin sehr froh, dass ich nun zwei Tage frei habe und nicht nur einen», sagte Federer. «Das könnte Wunder bewirken. Vielleicht werde ich ja nochmals topfit.» Zudem bemerkte er, er werde am Sonntag bis an die Grenze oder darüber hinaus gehen – «auch wenn ich danach fünf Monate Pause machen muss».

Auch wenn er es nicht sagt: Federer dürfte sich Grigor Dimitrov im Final wünschen und nicht seinen alten Rivalen Rafael Nadal. Auch wenn der Bulgare dieser Tage das Tennis seines Lebens spielt. Doch natürlich fiebert die Tenniswelt einem Duell Federer - Nadal entgegen. «Natürlich wäre es unglaublich, wenn wir hier erneut aufeinander treffen würden», sagte Federer. «Vor ein paar Monaten eröffnete ich mit ihm seine Akademie in Mallorca. Damals konnte ich nur auf einem Bein stehen, und ihn schmerzte das Handgelenk. Wir spielten Mini-Tennis gegen ein paar Junioren. Mehr ging damals nicht. Und jetzt könnten wir uns hier im Final treffen. Es wäre eine unglaubliche Geschichte.»

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