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Bacsinszky ganz gross

Nervige WC-Pausen, verschlagene Breakbälle: Timea Bacsinszky kämpft sich ins Paris-Halbfinale – Ranglistenvorstoss inklusive.

Timea Bacsinszky kann ihren Halbfinal-Einzug kaum glauben.
Timea Bacsinszky kann ihren Halbfinal-Einzug kaum glauben.
Keystone

Die Waadtländerin steht nach dem 6:4, 7:5-Sieg gegen die Belgierin Alison Van Uytvanck im Halbfinal und setzt somit ihren Höhenflug beim French Open fort.

Seit 2004 hatte keine Schweizerin mehr im Einzel einen Grand-Slam-Halbfinal erreicht. Damals war Patty Schnyder in Melbourne so weit gekommen. In Roland Garros liegt der letzte Einzug in die Runde der letzten vier einer Schweizerin sogar 14 Jahre zurück. Martina Hingis scheiterte 2001 im Halbfinal an Jennifer Capriati.

Und nun also Bacsinszky. Die Weltranglisten-24., die seit zwei Jahren einen steilen Aufstieg hinlegt, hatte in den Runden zuvor als Aussenseiterin mit der Amerikanerin Madison Keys (WTA 16) und der Tschechin Petra Kvitova (WTA 4) zwei Top-20-Spielerinnen geschlagen. Nun musste sie im Viertelfinal als Favoritin gegen Van Uytvanck, die Nummer 93 der Welt, antreten. Sie bewältigte auch diese Aufgabe.

Kurzzeitig aus dem Konzept gebracht

Im zweitgrössten Stadion der Anlage ging Bacsinszky rasch 3:0 in Führung. Was zunächst wie ein lockerer Einlauf in den Halbfinal aussah, wurde in der Folge doch deutlich anspruchsvoller. Van Uytvanck zeigte, wieso sie in diesem Turnier so weit gekommen war. Die Flämin schlug nach der nervösen Anfangsphase gut auf und spielte von der Grundlinie solid. Sie machte im ersten Umgang immerhin eines von zwei kassierten Breaks wett.

Und auch im zweiten Umgang meldete sie sich nach einem 1:3-Rückstand zurück. Doch Bacsinszky war nicht aufzuhalten. Sie verfügte über mehr Spielintelligenz und eine breitere Palette an guten Schlägen. Dennoch liess sie sich in der Mitte des zweiten Satzes aus der Ruhe bringen: Nachdem sie diverse Breakchancen nicht nutzen konnte, bat Van Uytvanck um eine zweite WC-Pause innert kürzester Zeit, was die Lausannerin sichtlich ärgerte. Glücklicherweise konnte sie sich wieder fangen, gewann zum Ende des zweiten Umgangs drei Games in Folge und verwertete nach 106 Minuten ihren ersten Matchball.

Traumgegnerin im Halbfinal

Gegenüber SRF zeigte sich die sichtlich überwältigte Schweizerin überglücklich und bescheiden: «Ich hätte niemals gedacht, dass ich hier so weit komme. Jetzt will ich den Moment erst mal geniessen.» In der Weltrangliste wird sie damit auf Rang 15 vorrücken – das ist die beste Platzierung ihrer Karriere.

Im Halbfinal trifft Bacsinszky nun auf die Weltranglisten-Erste Serena Williams, die in ihrer Karriere schon 19 Grand-Slam-Turniere gewonnen hat. Zweimal hat die Schweizerin, die am Montag ihren 26. Geburtstag feiert, schon gegen Serena Williams gespielt und beide Male ohne Satzgewinn verloren, zuletzt im März in Indian Wells.

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