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Belinda Bencic besiegt Serena Williams

Belinda Bencic lässt sich in Toronto auch von der Weltnummer 1 nicht stoppen. Sie bezwingt Serena Williams als erst zweite Spielerin in diesem Jahr – und steht im Final.

Kann es fast nicht glauben: Belinda Bencic. (15. August 2015)
Kann es fast nicht glauben: Belinda Bencic. (15. August 2015)
Frank Gunn, Keystone
Belinda Bencic (links) lässt sich von Serena Williams zum Sieg gratulieren. (15. August 2015)
Belinda Bencic (links) lässt sich von Serena Williams zum Sieg gratulieren. (15. August 2015)
Frank Gunn, Keystone
Prädikat Extraklasse für Belinda Bencic. (15. August 2015)
Prädikat Extraklasse für Belinda Bencic. (15. August 2015)
Frank Gunn, Keystone
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Nach 2 Stunden und 28 Minuten hochklassigen Tennis liess Belinda Bencic ihren Schläger fallen, schlug die Hände vors Gesicht und nahm eine sehr herzliche Gratulation von Serena Williams entgegen. Der Teenager aus der Ostschweiz hatte das scheinbar Unmögliche geschafft. Bencic bezwang die überlegene Nummer 1 der Welt.

Einzig in der Startphase schien Belinda Bencic kurzzeitig etwas überwältigt von der grösstmöglichen Bühne. Sie geriet in ihrem bisher grössten Halbfinal gegen die seit Jahren beste Tennisspielerin der Welt schnell 1:5 in Rückstand. Was sie danach auf dem Centre Court in Toronto zeigte, verdiente aber das Prädikat Extraklasse.

(Video: Youtube/Tennis Ieldrob)

Den ersten Satz konnte sie trotz eines Re-Breaks zum 2:5 nicht mehr wenden. Danach agierte Bencic aber absolut auf Augenhöhe mit der Weltnummer 1, die in diesem Jahr erst einmal (in Madrid im Halbfinal gegen Petra Kvitova) verloren hatte. Im zweiten Satz konnte sie 5:3 einen ersten Satzball nicht nützen, glich aber wenig später mit 7:5 in den Sätzen aus.

(Videos: Youtube/Tennis Ieldrob)

Respekt von Williams

In der Entscheidung zog Bencic auf 5:1 davon, musste aber die nie aufsteckende Williams noch auf 5:4 herankommen lassen, ehe sie beim ersten Matchball mit einem Vorhand-Winner nach knapp zweieinhalb Stunden alles klar machte. Der Erfolg kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Völlig aus heiterem Himmel kommt er jedoch nicht.

Williams selber hatte bereits vor dem Duell in den höchsten Tönen von der 18-jährigen Schweizerin geschwärmt. «Sie hat eine ganz grosse Zukunft vor sich», meinte die 21-fache Grand-Slam-Siegerin. Den Respekt zeigte sie auch auf dem Platz. Als Bencic mit zwei Wahnsinns-Reflexen den Punkt des Matches für sich entschieden hatte, applaudierte die 15 Jahre ältere Amerikanerin, die das Turnier in Kanada dreimal (2001, 2011 und 2013) gewonnen hatte.

Bencics Chance auf einen Turniersieg

Ein viertes Mal kommt zumindest vorläufig nicht dazu. Dafür bietet sich Belinda Bencic die Chance auf ihren zweiten Turniersieg, Den erstmaligen Vorstoss in die Top 15 hat sie schon mal auf sicher. Im Final trifft sie heute Sonntag (19 Uhr Schweizer Zeit) auf die Rumänin Simona Halep, die Nummer 3 der Welt.

Chancenlos ist sie natürlich auch da nicht. Die bisher einzige Partie verlor sie vor einem Jahr in Wimbledon zwar deutlich, doch dies war auch vor den Siegen diese Woche gegen Ana Ivanovic und Serena Williams nicht anders. In den letzten zwölf Monaten ist Bencic eine ganz andere Spielerin geworden. Sie ist läuferisch und taktisch viel stärker geworden und verblüfft mit einer für eine 18-Jährige fast schon unglaublichen Ruhe und Übersicht.

Gegen Williams liess sie sich von 16 Assen (allerdings auch 12 Doppelfehler) und 64 Winnern der Amerikanerin ebenso wenig beeindrucken wie von der Tatsache, dass sie im dritten Satz vom 5:1 bis zum 5:4 viermal nur zwei Punkte vom grössten Triumph ihrer Karriere entfernt war.

(si)

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