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«Belinda gehört nicht auf Rang 100»

Am Fed-Cup in Genf kommt es am Samstag zum Duell der Freundinnen Belinda Bencic und Kristina Mladenovic. Was die Französin zur Krise der Ostschweizerin sagt.

René Stauffer
Das Schweizer Fed-Cup-Team von links nach rechts: Martina Hingis, Viktorija Golubic, Heinz Günthardt, Timea Bacsinszky und Belinda Bencic.
Das Schweizer Fed-Cup-Team von links nach rechts: Martina Hingis, Viktorija Golubic, Heinz Günthardt, Timea Bacsinszky und Belinda Bencic.
Keystone
Gegnerin von Bascinszky wird Alizé Cornet sein. Gegen die Weltnummer 43 hat die Schweizerin eine negative Bilanz.
Gegnerin von Bascinszky wird Alizé Cornet sein. Gegen die Weltnummer 43 hat die Schweizerin eine negative Bilanz.
AFP
Die zweite Partie am Samstag lautet Belinda Bencic (WTA 81) gegen Kristina Mladenovic (WTA 31). Die beiden Freundinnen sind sich bisher zweimal gegenübergestanden.
Die zweite Partie am Samstag lautet Belinda Bencic (WTA 81) gegen Kristina Mladenovic (WTA 31). Die beiden Freundinnen sind sich bisher zweimal gegenübergestanden.
Keystone
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Die Partie hatte sich abgezeichnet, seit der Auslosung im Museum des Roten Kreuzes vom Freitagmittag ist sie definitiv: Am Samstag trifft Belinda Bencic in der Genfer Palexpo-Halle 7 ausgerechnet auf die Französin Kristina Mladenovic, ihre besten Freundin auf der Tour. Die Eröffnungspartie bestreiten zuvor Timea Bacsinszky (WTA 15) und Alizé Cornet (WTA 43); die Schweizerin liegt in diesem Duell 1:3 zurück.

Bencics Schweizer Einzeldebüt im Fed-Cup – in Luzern konnte sie 2016 verletzungsbedingt nur zuschauen – fällt in eine schwierige Phase. In der WTA-Rangliste ist sie noch die Nummer 81 und wird kommenden Montag sogar aus den Top 120 fallen. Und auf der WTA-Tour 2017 ist sie noch sieglos. Mladenovic gewann derweil in St. Petersburg eben ihr erstes WTA-Turnier und verbesserte sich auf Rang 31. Trotzdem sieht sich die 1,84 m grosse Aufschlagspezialistin nicht als klare Favoritin. «Die Weltrangliste spiegelt ihr Spielniveau überhaupt nicht richtig», sagt die Französin, die von vielen nur «Kiki» genannt wird, über Bencic. «Sie ist meine beste Freundin, und ich habe alle ihre Partien verfolgt seit Anfang Jahr.»

Bencic habe einfach Pech mit den Auslosungen gehabt, sagt die 23-jährige Nummer 1 im Team von Yannick Noah, die offiziell in Dubai wohnt. «In Melbourne verlor sie gegen Serena Williams nach einem guten Match. Auch letzte Woche in St. Petersburg spielte sie gegen Kasatkina sehr gut, trotz der Niederlage.» Obwohl Bencic zuletzt nicht oft gewonnen habe, erwarte sie eine sehr schwierige Partie. «Sie hat ein gutes Spiel und die Tendenz, im Fed-Cup über sich hinauszuwachsen. Aber ich werde bereit sein und vergessen, dass wir so gut befreundet sind.»

Neben dem Platz sind sie eng befreundet: Belinda Bencic und Kristina Mladenovic.

Mladenovic geht davon aus, dass sich Bencic in der Weltrangliste bald wieder verbessern wird. «Sie gehört wirklich nicht auf Rang 100. Man stösst auch nicht nur aus Zufall in die Top 10 vor.» Hinter der bald 20-Jährigen liege einfach eine schwierige Phase, auch das Privatleben sei halt nicht immer einfach. «Aber sie ist ein Mädchen, das gute Werte vertritt und hart und seriös arbeitet. Deshalb sehe ich nicht, warum sie nicht rasch wieder hochkommen sollte.»

Bencic weiss, was sie tun muss

Bencic zeigte in Genf gute Trainingsleistungen und wirkt sehr motiviert. Sie kennt das Spiel der Französin, mit der sie oft auch die Freizeit oder Ferien verbringt, in- und auswendig. «Sie lebt vom Aufschlag und dem ersten Schlag danach. Ich muss versuchen, sie zum Laufen zu bringen und sie in Ballwechsel zu verstricken.» Offiziell steht es in diesem Duell 1:1. Nicht berücksichtigt ist dabei die letzte Begegnung vom Hopman Cup, die Anfang Januar mit 6:4, 2:6, 6:3 an die Französin ging. «Dort schlug ich am Ende nicht mehr gut auf und weiss, was ich falsch gemacht habe», sagt Bencic.

Captain Heinz Günthardt nominierte sie als Nummer 2, obwohl sie momentan 18 Positionen schlechter klassiert ist als Viktorija Golubic. Die Zürcherin, die im Halbfinal in Luzern 2016 mit zwei Siegen über besser klassierte Tschechinnen geglänzt hatte, akzeptierte diese Lösung sportlich. «Persönlich wäre ich auch bereit gewesen. Aber wir diskutierten über diesen Entscheid ausführlich im Team, und ich freue mich trotzdem sehr auf das Wochenende.» Sie werde versuchen, «von der Bank aus alles zu geben».

Vor einer schwierigen Partie dürfte auch Timea Bacsinszky stehen. Sie hat die letzten drei Duelle mit Cornet ohne Satzgewinn verloren, wobei sie sich zuletzt 2014 gegenüberstanden. «Sie ist eine sehr komplette Spielerin und liebt grosse Partien», sagt Bacsinsky. Tatsächlich hat Cornet sogar Serena Williams schon dreimal geschlagen. Am Sonntag stehen zwei weitere Einzel und das abschliessende Doppel dieses Viertelfinals auf dem Programm, wobei die gemeldeten Spielerinnen noch kurzfristig ausgewechselt werden könnten.

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