Nervenstarke Bencic siegt und kassiert

Die St. Gallerin schlägt am WTA-Finale Petra Kvitova und hat nun gute Halbfinal-Chancen.

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Wäre das WTA-Finale im chinesischen Shenzhen ein Casino, so läge in jeder Partie ein ansehnlicher Jackpot bereit. Schon in den Vorrundenspielen beträgt der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage 305 000 Dollar, weshalb nicht verwunderlich ist, dass die eine oder andere der Finalteilnehmerinnen Nerven zeigt. Das schien am Dienstag auch für Belinda Bencic und Petra Kvitova zuzutreffen, die sich eine wechselvolle und spannende, aber auch von Fehlern geprägte Partie lieferten.

Am Ende war es aber die 22-jährige Schweizerin, die cool blieb. Sie wehrte im dritten Satz einen Breakball zum 3:5 ab und gewann kurz darauf nach 1:47 Stunden 6:3, 1:6, 6:4. «Ich bin mega happy. Es war mein Ziel, hier mindestens eine Partie zu gewinnen», sagte die Weltnummer 7 nach dem Sieg über die Nummer 6, ihrem erst zweiten im sechsten Duell mit der Linkshänderin. «Für mich ist es enorm schwierig, gegen Petra zu spielen, weil sie stark serviert und mir keinen Rhythmus gibt. Aber ich konnte ihre Schläge blockierten und behielt die Nerven, darauf bin ich sehr stolz.»

Osaka out, Bertens in

Weil Naomi Osaka wegen einer Schulterverletzung aus dem Turnier ausstieg, nachdem sie die Startpartie gegen Kvitova gewonnen hat, stehen die Chancen für Bencic, die Halbfinals zu erreichen, wieder sehr gut. Schlägt sie am Donnerstag die Holländerin Kiki Bertens, die für Osaka als Ersatz nachrutschte, ist sie qualifiziert. Allerdings hat sie die Holländerin in bisher drei Duellen noch nie schlagen können. Und Bertens startete am Dienstag gleich mit einem Sieg über Barty ins Turnier – nachdem sie mit einem Satz und einem Break zurückgelegen war.

Kvitiova, die zweifache Wimbledonsiegerin aus Tschechien und mit 29 Jahren die älteste Spielerin im Feld, hatte zu Beginn etwas stärker als Bencic gewirkt und kam im siebten Game auch als erste zu einem Breakball. Bencic wehrte ihn ab – und profitierte darauf von einem plötzlichen Nachlassen der Tschechin, die bis zum Satzende kaum mehr einen Punkt gewann und vier Games in Folge verlor.

Die Ostschweizerin schaffte es wie schon im ersten Gruppenspiel gegen Ashleigh Barty aber auch gegen Kvitova nicht, den Schwung des gewonnenen Startsatzes mitzunehmen. Anders als gegen die Australierin war es diesmal aber nicht die linke Ferse, die ihr zu schaffen machte. Von Beginn weg lief für sie in diesem Durchgang einfach alles verkehrt. Sie musste zwei Breaks hinnehmen, und auch der Zuspruch ihres Vaters Ivan bei 0:3 brachte keine Besserung. Bencic wirkte ungeduldig, unkonzentriert und gereizt und musste Kvitova den Durchgang in nur 29 Minuten überlassen.

Im dritten ging sie zweimal mit einem Break in Führung (2:1 und 3:2), verlor dann aber jeweils selber auch gleich ihre Aufschlagspiele und fiel 3:4 zurück. Doch nun zeigte sie ihre Klasse und ihren Kampfgeist. Sie glich auf 4:4 aus und packte mit einem Backhand-Returnwinner ihre dritte Breakchance zum 5:4. Darauf ging sie 40:0 in Führung. Die ersten beiden Matchälle konnte Kvitova noch mit Winnern abwehren, beim dritten brachte ein Aufschlagwinner Bencic den erlösenden Punkt. Und, eben, weitere 305 000 Dollar, womit sie diese Woche bereits 610 000 Dollar (sowie 500 WTA-Punkte) auf sicher hat, selbst wenn sie gegen Bertens verlieren sollte.

Erstellt: 29.10.2019, 16:02 Uhr

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