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Bencic nach hartem Kampf eine Runde weiter

Satzrückstand und vier abgewehrte Matchbälle: Belinda Bencic rettet sich in extremis in die 3. Runde von Wimbledon.

Schrei der Erleichterung: Bencic zeigt in der zweiten Runde starke Nerven.
Schrei der Erleichterung: Bencic zeigt in der zweiten Runde starke Nerven.
Keystone

Belinda Bencic (WTA 56) erreichte in Wimbledon durch einen 1:6, 7:6 (12:10), 6:2-Sieg gegen die vier Plätze schlechter klassierte Amerikanerin Alison Riske die 3. Runde – und wusste selber nicht genau, wie sie das geschafft hatte.

In einer phasenweise hochklassigen Begegnung dominierte die als gute Rasenspielerin bekannte Riske lange Zeit mit ihrem starken Aufschlag. Ab dem zweiten Satz gelang es Bencic aber immer besser dagegenzuhalten.

Die Wende kam im Tiebreak des zweites Satzes: Die 21-jährige Ostschweizerin wehrte insgesamt vier Matchbälle ab, ehe sie beim zweiten Satzball von einem Doppelfehler der zu viel riskierenden Amerikanerin profitierte. Das entscheidende Break im Entscheidungssatz gelang ihr dann in einem langen Game zum 3:2, nachdem sie zuvor selber zwei Breakchancen hatte abwehren müssen. Damit war der Widerstand von Riske gebrochen. Nach 2:24 Stunden nutzte Bencic ihren ersten Matchball zum Sieg.

«Als sei die ganze Welt gegen mich»

«Wie viele Matchbälle waren es?», fragte Bencic die Journalisten nachher. «Es fühlte sich wie viele an. Ich weiss auch nicht, wie ich die Wende geschafft habe.» Zu Beginn habe Riske «unglaublich gut» gespielt. «Ich hatte nicht das Gefühl, etwas falsch zu machen. Das war frustrierend, aber ich habe einfach versucht, immer dran zu bleiben.» Diese mentale Stärke zeichnete die ehemalige Weltnummer 7 schon vor ihrer Serie von Verletzungen aus. Bereits vor fünf Wochen in Paris hatte sie gegen die Italienerin Deborah Chiesa fünf Matchbälle abgewehrt und noch gewonnen. Diesmal war das Niveau allerdings viel höher.

Wie sehr sie den Sieg wollte zeigte Bencic, indem sie sich auf dem kleinen Court 16, der nicht über Hawkeye verfügt, immer wieder mit dem Schiedsrichter anlegte. «Ich weiss, die machen auch nur ihren Job. Aber ich hatte das Gefühl, die ganze Welt sei gegen mich. Und im Tiebreak war ich mit den Nerven voll am Limit.» Es half ihr jedenfalls, sich immer wieder zu pushen. Dennoch verlor sie nie den Fokus.

Als nächstes trifft Bencic am Samstag auf die als Nummer 27 gesetzte Spanierin Carla Suarez Navarro. Letztmals hatte sie an einem Grand-Slam-Turnier vor fast zwei Jahren in New York zwei Runden überstanden. Danach machten ihr immer wieder Verletzungen zu schaffen. «Mit der nächsten Runde habe ich mich noch gar nicht beschäftigt», versicherte die Schweizerin.

Gegen Suarez Navarro darf sie sich durchaus Chancen auf einen weiteren Erfolg ausrechnen. Die bisher einzige Begegnung verlor Bencic vor drei Jahren in Stuttgart nur knapp. Das war aber auf Sand, der stärksten Unterlage der 29-jährigen Spanierin. Rasen ist hingegen viel eher die Domäne der Junioren-Wimbledonsiegerin von 2013. Dennoch warnt Bencic: «Mit ihrem Slice kann sie auch hier sehr unangenehm sein.»

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