Becker: «Wie weit geht Federer denn noch?»

Roger forever? Die Reaktionen der Tennis-Prominenz zum Rekord-Sieg Federers.

«Wir dachten einst, er könne unmöglich einen 18. Grand-Slam-Titel gewinnen»: Auch Boris Becker war gestern beim Wimbledon-Final vor Ort. (16. Juli 2017)

«Wir dachten einst, er könne unmöglich einen 18. Grand-Slam-Titel gewinnen»: Auch Boris Becker war gestern beim Wimbledon-Final vor Ort. (16. Juli 2017) Bild: PETER KLAUNZER/Keystone

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«Nur beim Matchball nervös», Severin Lüthi, Federer-Coach
«Am Anfang retournierten beide gut. Da sah es gefährlich aus für Federer. Nach dem Break konnte er befreit aufspielen. Ich weiss nicht, ab wann Cilic Probleme hatte, und wusste auch nicht, was es war. Eine Blase ist schon eklig. Roger musste sich einfach auf sich selber konzentrieren, und das machte er super. Es war schon ein eher entspannter Final für mich als Zuschauer, ich hatte aber schon vorher ein gutes Gefühl gehabt. Nervös wurde ich nur beim Matchball, auch wenn es dafür eigentlich keinen Grund gab. Dass er jetzt 2017 schon zwei Grand-Slam-Turniere gewonnen hat, und das nach seiner Verletzung von 2016, ist unvorstellbar, wahnsinnig.» (rst)

«Wie weit geht er denn noch?», Boris Becker
«Fast alle auf der Tour sind jünger als Federer - und doch schafft er es, so zu gewinnen, dass es leicht aussieht. Wir dachten einst, er könne unmöglich einen 18. Grand-Slam-Titel gewinnen. Nun hat er den achtzehnten und den neunzehnten in einem Jahr geholt. Gewinnt er jetzt an den US Open gleich seinen zwanzigsten? Wie weit wird er denn noch gehen? Zum Final gegen Cilic: Natürlich wollte Federer gewinnen - aber sicher nicht so. Es war herzerweichend zu sehen, wie Cilic weinend auf dem Stuhl sass. Ganz Kroatien hat mit ihm geheult. Wenn du spürst, wie dein Körper nicht zulässt, dass du das Spiel gewinnst, ist der Centre Court der einsamste Ort der Welt.» (fra)

Bildstrecke: 2017 – ein Federer-Jahr

«Kann auch 2018 gewinnen», Marc Rosset, Olympiasieger 1992 «Cilic war zwar angeschlagen, aber ich weiss nicht, was er hatte. Vielleicht hatte er eine kleine Verletzung, die ihn schmerzte, dann kam der Stress des Finals dazu, an seinem wichtigsten Tag. Er ist nervlich etwas eingebrochen. Aber schon gegen Querrey machte er mit seiner Rückhand viele Fehler bei wichtigen Bällen. Die spielt er sehr flach, und wenn er nervös wird, führt das schnell zu Fehlern. Ich war sehr entspannt vor dem Final. Roger spielte solid, und er wurde auch gar nicht wirklich getestet. Nach dem ersten Satz hätte es ein Erdbeben gebraucht, damit er noch verliert. Ich denke, er kann auch nächstes Jahr hier wieder gewinnen.» (rst)

«Ein schönes Gefühl», Tommy Haas, letzter Bezwinger
«Marin Cilic hatte viele harte Matchs gespielt und war angeschlagen. Aber es ist schon unglaublich, wie gut das alles für Federer aufgegangen ist. Es zeigte, was für ein Profi er ist, auch in Sachen Planung. Was es ihm bedeutet, werden wir sehen. Ich denke, er wird weiterspielen, aber ob er auch hier nochmals antreten wird, weiss ich nicht. Mit dem Rekord abzutreten, wäre ja auch schön. Dass ich nun der einzige Bezwinger von ihm in dieser Rasensaison bin (in Stuttgart), ist natürlich schön für mich und gibt mir ein geiles Gefühl. Als guter Freund von ihm gönne ich ihm natürlich den Titel. An 2017 werden wir nun stets gemeinsame Erinnerungen haben.» (rst)

Video: Spass mit den Federer-Jungs

Die Zwillingssöhne von Roger und Mirka waren erstmals im Stadion.

«Wie zwei Vorhände», Craig O’Shannessy, ATP-Analyst
«Dieser Final war vorbei, ehe er begonnen hatte. Roger spielt strategisch das beste Tennis seines Lebens. Indem er den Rückhandreturn blockt, hat er die ganze Dynamik in seinem Spiel verändert. Früher war die Rückhand seine Schwäche gewesen, die seine Gegner anpeilen konnten. Jetzt wissen sie nicht mehr, wo sie hinspielen sollen. Es ist fast so, als ob er nun zwei Vorhände hätte. Er bringt so von der Grundlinie unheimlich viel Energie ins Spiel. Ich sehe ihn auch fürs US Open als Favorit. Es gibt keinen Grund, wieso er da nicht auch so spielen sollte. Es half ihm, dass er die Sandsaison ausliess und so sein Spiel nicht verwischt wurde.» (sg.) (ta)

Erstellt: 17.07.2017, 10:34 Uhr

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