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Das Federer-Gedicht

Simon Graf, Tennis-Experte des «Tages-Anzeigers», bloggt für Sie vom Grand-Slam-Turnier. Heute über den Wimbledon-Dichter.

Wimbledon-Poet: Matt Harvey.
Wimbledon-Poet: Matt Harvey.
Keystone

Die ersten beiden Tage eines Grand-Slam-Turniers sind so hektisch, dass man kaum mehr nachkommt. In diesen 30 Stunden scheiden so viele Spielerinnen und Spieler aus wie in den folgenden zwölf Turniertagen nicht mehr. 128-mal wird der Traum vom Wimbledon-Sieg zertrümmert. Die einen nehmen es locker, weil sie ohnehin nur gekommen sind, um das Preisgeld für die erste Runde abzuholen. Andere sind untröstlich. Die fünf Interviewräume sind in diesen Tagen fast durchgehend besetzt, es ist ein Kommen und Gehen. Jo-Wilfried Tsonga, immerhin ein Top-10-Spieler, musste mit der kleinsten Kammer Vorlieb nehmen, um den französischen Journalisten Red und Antwort zu stehen.

Als Kontrastprogramm zu dieser Hektik kam für mich der Interviewtermin mit dem ersten Wimbledon-Dichter Matt Harvey heute Mittwoch früh gerade recht. Denn vor dem Ansturm der Leute, die erst ab 10.30 Uhr reingelassen werden, liegt noch eine Idylle über den Courts. Der Mann mit dem Leinenveston und dem Notizbuch war schon hellwach. Er sei sich gewohnt, wie etwa Ernest Hemingway, schon frühmorgens zu schreiben. Harvey sprudelte vor Witz, eine halbe Stunde gab er mir Zeit, das Gespräch stockte keine Sekunde. Die Story wird am Freitag in den Printausgaben von «Tages-Anzeiger» und «Bund» zu lesen sein.

Die Vorgabe für Harvey ist, täglich mindestens ein Gedicht zu verfassen. Zwei hat er schon Andy Murray gewidmet, der britischen Hoffnung aus Schottland. Und hier wollen wir nun die Vorzüge der elektronischen Medien nützen – sie können sich die beiden Werke (auf Englisch, natürlich) hier anhören. Sie heissen: «One of Ours» (Einer von uns) und «Great Expectations» (Hohe Erwartungen).

One of Ours

Great Expectations (Quelle: Wimbledon.org)

Es war ja auch schon zu lesen, dass Harvey Mühe hat mit Federer, weil es sich auf dessen Namen nicht so gut reimen lässt. Sein erster Gedanke war, Federer und etcetera reime sich, doch damit lässt sich kein vernünftiges Gedicht verfassen. Zu einem ersten, nicht publizierten Versuch über Federer wurde Harvey durch dessen Erstrundenmatch gegen Alejandro Falla aber schon inspiriert. Nachfolgend das Federer-Gedicht, das, wie ich meine, recht gut gelungen ist:

The clenched pump of the civilized Swiss fist both players reflect on what they just missed Falla the scalp to crown all scalps Federer an early trip back to the Alps

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