«Das Gras schmeckt dieses Jahr besonders gut»

Novak Djokovic lebt in Wimbledon seinen Bubentraum, Federer nimmt die Niederlage mit Humor.

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Es vergingen keine zwei Minuten, als Roger Federer nach dem Matchball bereits nicht mehr auf dem Platz stand. Und auch Novak Djokovic verschwand mit schnellem Schritt vom Centre Court. Als wären die Nummer 1 und 2 der Welt aus Zucker, flüchteten die beiden vor dem Regen. Erst als das Dach geschlossen war, nahm die Siegerehrung ihren gewohnten Gang. «Ich habe nicht schlecht gespielt, ich hatte meine Chance, aber Novak war einfach zu solide», resümierte Federer.

Auch wenn Federer während dem Endspiel zu keiner Zeit auf Siegeskurs war, konnte er seine Enttäuschung am Ende nicht verbergen. Er hatte bis zum Schluss an eine Wende geglaubt, aber «Novak war bei den grossen Punkten zu stark», sagte Federer beim Platzinterview.

Der achte Sieg in Wimbledon hätte ihn zum Rekordtitelhalter gemacht, trotzdem nahm er seine Niederlage mit Humor. «Novak spielte ja nicht nur heute stark, sondern schon die ganzen zwei Wochen, und im Monat zuvor, eigentlich seit Anfang Jahr, und das Jahr zuvor», sagte Federer mit einem Schmunzeln und löste bis in die Royal Box für angenehme Heiterkeit aus. Für noch mehr Freude sorgte seine Aussage zum Abschied: «Ich bin immer noch hungrig und motiviert. Es ist eine Ehre hier zu spielen, ich komme wieder.»

Respekt vor Federer

Novak Djokovic jubelte nach dem Matchball ausgelassen, kniete zu Boden und kaute das Gras des heiligen Grüns. «Ich habe als Bub immer von diesem Sieg geträumt. Das Gras schmeckt dieses Jahr besonders gut», sagte Djokovic. Der 28-jährige Serbe zog mit seinem dritten Triumph mit Boris Becker gleich und widmete seinem Coach auch noch ein paar Worte, wie so oft mit einer neckischen Note. «Wir brauchten Zeit, uns zu verstehen. Er ist Deutscher, ich Serbe.»

Unmissverständlich war der Respekt des Titelverteidigers gegenüber Federer. «Roger treibt mich immer bis ans Limit. Er ist ein grosser Champion. Für mich ist es die grösste Herausforderung ihn zu schlagen. Wir alle schauen zu ihm auf, er ist ein Vorbild, auch neben dem Platz.» Der Applaus gehörte neben Platz diesmal aber Djokovic, der nach der Zeremonie in den Gängen des Klubhauses von allen Seiten beklatscht wurde und am Ende sogar seine Frau Jelena in die Arme schliessen durfte – im Video. (sr)

Erstellt: 12.07.2015, 19:37 Uhr

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