«Das ist einer meiner wichtigsten Erfolge»

Roger Federer kehrt auf dem Tennis-Thron an sein Heimturnier zurück. Doch Angst, seine Leaderposition ausgerechnet an den Swiss Indoors zu verlieren, hat der 31-Jährige nicht.

«Ich bin froh, konnte ich in Shanghai die Nummer eins verteidigen», sagt Roger Federer im Interview.
Video: Fabian Kern

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Die Ansprache von Speaker Christoph Schwegler am Montagabend wird Roger Federer für einmal wieder in vollen Zügen geniessen. In den letzten beiden Jahren musste der Lokalmatador an den Swiss Indoors als Nummer zwei (2010) respektive vier (2011) vorgestellt werden. Dieses Jahr schreitet der Münchensteiner wieder als der weltbeste Tennisspieler auf «seinen» Center Court. «Das ist für mich sehr wichtig. In den letzten Jahren war es etwas traurig», erklärt der 31-jährige.

Die Rückeroberung der Nummer eins war denn auch eines der wichtigsten Ziele in diesem Jahr für Federer. Dass er dieses so früh – am 9. Juli – erreichte, überraschte sogar ihn selbst: «Damit habe ich nicht gerechnet. Aber noch einmal die Nummer eins zu werden, ist einer der wichtigsten Erfolge meiner Karriere.» Novak Djokovic seien momentan im besten Tennisalter, weshalb es sehr schwer gewesen sei, die beiden zu überflügeln. Dennoch, es wäre ein Klecks im Reinheft des Rekordjägers gewesen, hätte er am Ende seiner glorreichen Laufbahn zur Kenntnis nehmen müssen, dass ihm nur eine einzige Woche an der Spitze zum Rekord fehlt. Wie wichtig ihm die Marke von 300 Wochen auf dem ATP-Thron war, zeigte seine eigentlich nicht geplante Teilnahme am Masters-1000-Turnier von Shanghai. «Es waren aber nicht nur die 300 Wochen. Ich hatte auch Lust, wieder zu spielen», relativiert Federer seinen Auftritt in der chinesischen Metropole, der im Halbfinal gegen Andy Murray endete.

Wiederholung des goldenen Herbstes?

Durch den goldenen Herbst, den Federer 2011 mit drei Turniersiegen in Serie gezeigt hatte, ist diese Leaderposition aber ernsthaft in Gefahr. In Basel muss er mindestens in den Halbfinal kommen, Paris und die ATP-World-Tour-Finals müsste er gewinnen, um an Weihnachten von der Spitze zu grüssen. Angst davor, von Novak Djokovic wieder überholt zu werden, hat er aber nicht. «Ich sehe, wie gross diese Aufgaben sind. Aber ich habe meine Ziele in diesem Jahr schon alle erreicht», meint der Familienvater. Er sei nun bemüht, in den drei Turnieren möglichst gut abzuschneiden: «Dann sehen wir, was dabei herauskommt.» Die Nummer eins sei weniger Bürde, sondern habe eine Euphorie entfacht.

Das Heimspiel in der St. Jakobshalle ist deshalb der ideale Ort für Federer, um sein zuletzt unbefriedigendes Spiel wieder auf Vordermann zu bringen. «Durch das strenge Programm in diesem Jahr fehlt mir einiges Training. Dadurch wählt man in den Spielen automatisch die sicheren Schläge», kritisiert der ehemalige Balljunge der Swiss Indoors. Mit dem Basler Publikum im Rücken wolle er nun wieder mehr Risiko eingehen und zu seinem besten Spiel zurückfinden. «Hier habe ich die Familie und auch viele Kollegen von früher um mich herum. Das motiviert mich sehr», sagt der Rekordsieger von Basel. Und am liebsten würde er in gut einer Woche nicht nur seine Weltnummer eins verteidigen, sondern auch zum sechsten Mal den Siegerpokal aus den Händen von Turnierdirektor Roger Brennwald empfangen – nach einer erfolgreichen Revanche für den Olympiafinal gegen Murray.

Erstellt: 19.10.2012, 14:41 Uhr

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