«Das war eine absolut fantastische Woche»

Roger Federer war nach dem Sieg seines Teams im 3. Laver-Cup erschöpft – und stolz wie selten.

Rod Laver übergibt den Pokal. (Video: Eurosport)

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Als das siegreiche Team Europa am späten Sonntag in den Interview-Raum der Palexpo-Halle kommt, balanciert Alexander Zverev den Laver-Cup stolz auf seinem Kopf. Er war es, wie im Jahr zuvor, der für die Entscheidung sorgte – obwohl Europa 7:11 zurückgefallen war vor den letzten beiden Einzeln. Der Champagner steht auf dem Interview-Podest schon bereit, Björn Borg wirkt etwas angeheitert. «Hauptsache, wir haben gewonnen. Alles andere interessiert mich nicht mehr», sagt er.

Rafael Nadal verfolgt auf dem Handy vor sich fast unbemerkt ein Fussballspiel von Real Madrid. Er gibt zu, dass er am Samstag nur mit einer Infiltration für seine linke Hand spielen konnte; sie habe ihn nach dem US Open zu schmerzen begonnen, und am Sonntagmorgen seien die Schmerzen so stark gewesen, dass er seinen Einsatz im Laver-Cup abgesagt habe; der Rest der Saison sollte aber nicht in Gefahr sein. Zverev lobt, wie sehr ihm die Tipps Federers und Nadals vor dem entscheidenden Match-Tiebreak gegen Milos Raonic geholfen hätten; dies könnte seine Karriere neu beflügeln, hofft er. Im Zentrum aber Roger Federer, der die ganze Pressekonferenz als inoffizieller Moderator mitbegleitet, zuerst in Englisch Auskunft gibt und nachher Schweizer Journalisten schildert, wie sehr ihn dieser Sieg bewegt hat, den er mit einem Erfolg über Isner im zweitletzten Einzel lanciert hatte.

Welche Gefühle haben Sie jetzt, so kurz nach dem Sieg?
Wir sind zwar alle kaputt, aber glücklich, dass Zverev die Schraube anziehen konnte. Persönlich bin ich auch froh, dass ich mithelfen konnte, Legenden wie Laver, McEnroe, Borg und Nadal in die Palexpo-Halle zu bringen. Das war sehr cool für mich. Ich empfinde den Anlass als Erfolg und hoffe, dass das alle so sehen. Die Idee des Laver-Cups war immer, dass die Leute daran Freude haben und er gut ist für das Tennis.

Sie wirken emotional mitgenommen. Wie nahe ist Ihnen diese Begegnung gegangen?
Sie war schon sehr emotional. Man muss sich vorstellen: Wenn man drei Tage lang vor 17'500 Zuschauern spielt, die einen unterstützen, auch von den anderen Spielern wirst du unterstützt, du darfst eine Woche mit Borg, Rafa und allen anderen Spielern verbringen, die hoffentlich auch zu Legenden werden – das bedeutet mir schon sehr viel. Da kommen viele Emotionen hoch.

Nadal sagte, im Team zu gewinnen sei schöner als alleine. Sehen Sie das auch so?
Auf jeden Fall. Das war schon immer so, auch im Davis-Cup oder im Hopman-Cup werde ich sehr emotional. Je mehr Leute dabei sind, umso gewaltiger wird es. Im Falle eines Sieges ist es noch genialer, und wenn man verliert, eilen dir die anderen sogleich zur Hilfe. Das war auch hier bei uns so. Es war eine absolut fantastische Woche für uns.

Wie haben Sie sie körperlich bewältigt?
Sehr gut – ausser, dass ich meine Stimme verloren habe. Ich habe beim Matchball wohl zu laut und zu lange geschrien, aber das ist schnell wieder gut. Körperlich war das der beste Laver-Cup meiner Karriere. Bei den ersten zwei hatte ich einige Rückenprobleme, fühlte ich mich steif, und das war jetzt nicht der Fall. Deshalb konnte ich es auch mehr geniessen. Dieses Mal war es Rafa, der unten durch musste. Wir schätzen enorm, was er alles auf sich genommen hat. Das zeigt, wie wichtig das für ihn ist.

Wie geht es für Sie weiter?
Bereits am Dienstag nehme ich das Konditionstraining auf. Ich hatte ja schon vor dem Laver-Cup einige Tage Ferien und freue mich darauf. Die Idee war ja auch, dass man nach dem Laver-Cup nicht völlig kaputt ist. Ich habe wohl am meisten gespielt, aber habe es gut überlebt, abgesehen von meiner Stimme. Die Saison ist noch lang, und ich freue mich darauf.

Erstellt: 23.09.2019, 06:06 Uhr

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