Den Meister gefunden

Der Unterschied zwischen Roger Federer und Novak Djokovic liegt im Selbstvertrauen.

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Roger Federer stand in drei der grössten fünf Endspiele des Jahres, er verlor sie alle gegen Novak Djokovic. Das ist bitter, umso mehr, als ihm der Serbe spielerisch wenn überhaupt, so höchstens minim überlegen ist. Die grössten Unterschiede liegen im Selbstvertrauen. Davon hatte Federer in den besten Zeiten selber im Überfluss, und die Dividenden waren hoch. Doch nun hat er seinen Meister gefunden.

Das zeigte sich 2015 auch in der Art, wie er über Djokovic sprach. Er sieht sich gegen ihn als Aussenseiter, ordnet sich in der Hierarchie hinter ihm ein, akzeptiert dessen Status als Nummer 1. Vor allem so sind seine Leistungsabfälle zu erklären in den Finals in Wimbledon und New York. In London wiederholte sich die Geschichte, im Gruppenspiel hatte er Djokovic noch besiegt. Federer scheint in den grössten Endspielen inzwischen zu wenig daran zu glauben, ihn schlagen zu können. Er bezahlt dafür teuer. In New York hatte er 19 seiner 23 Breakbälle vergeben, am Ende trotzdem nur zwei Ballwechsel weniger gewonnen.

Hätte er einen oder zwei dieser drei Finals für sich entschieden, wäre aus einem ausgezeichneten Jahr ein fantastisches gewonnen. Aber auch so fügte er Djokovic die Hälfte seiner sechs Saisonniederlagen zu, erwies sich als dessen härtester Rivale, glückte ihm eine seiner besseren Saisons.

Und nichts deutet darauf hin, dass Federer nachlassen wird. Die Aussichten bleiben gut. Er wird weitere Chancen bekommen, seine späte Karriere zu krönen, und diese Krönung ist inzwischen überfällig. Doch je länger er darauf warten muss, desto schöner würde sie werden, käme es noch dazu.

Erstellt: 22.11.2015, 22:40 Uhr

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