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Für ein Federer-Weekend gab er 12'000 Franken aus

«Unbeschreiblich» nennt Carlo Lusser seine Zeit in Melbourne. Wie es zu seinem verrückten Tennis-Abenteuer gekommen ist.

Beginn einer Karriere: Roger Federer am 6. Juli 1998 in Gstaad.
Beginn einer Karriere: Roger Federer am 6. Juli 1998 in Gstaad.
Keystone
Freude herrscht: Roger Federer strahlt mit den Ballkindern um die Wette. (29.1.2017)
Freude herrscht: Roger Federer strahlt mit den Ballkindern um die Wette. (29.1.2017)
Getty Images
Er sorgte für die Musik vor dem Match: Geiger Nigel Kennedy.
Er sorgte für die Musik vor dem Match: Geiger Nigel Kennedy.
Getty Images
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Was würden Sie mit 12’000 Schweizer Franken tun? Ferien auf den Malediven? Einen Occasionswagen anschaffen? Oder doch lieber ein paar Luxusgüter kaufen? Carlo Lusser aus Zug hatte eine andere Idee. Kurzfristig die Endphase des Australian Open in Melbourne vor Ort mitverfolgen und Roger Federer auf dem Weg zum 18. Major-Titel begleiten.

Am Dienstag, dem Tag als das Halbfinalduell zwischen Stanislas Wawrinka und Roger Federer feststand, entschied sich Lusser spontan dazu, nach Down Under zu reisen. «Ich war schon zweimal in Basel am Swiss Indoors, aber einen Grand Slam habe ich zuvor noch nie live gesehen. Durch den Schweizer Halbfinal war mir klar: Das mache ich jetzt.» Seine Frau ist von der Idee zwar nicht unbedingt begeistert, lässt ihn dieses Abenteuer aber eingehen.

«Es war unbeschreiblich»: Carlo Lusser schwärmt von Melbourne. Bild: zvg
«Es war unbeschreiblich»: Carlo Lusser schwärmt von Melbourne. Bild: zvg

In aller Eile werden im Internet Flüge und Unterkunft gebucht sowie Eintrittskarten gekauft. Nicht einmal 24 Stunden später sitzt er im Flugzeug. Strapaziöse 16’400 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Zürich und der Metropole im Süden Australiens, mit Zwischenstopp in Abu Dhabi. Der 57-Jährige nimmt es voller Vorfreude auf sich.

In Melbourne angekommen, reist der selbstständige IT-Berater direkt weiter zum Melbourne Park, wo der «Schweizer Halbfinal» bereits in vollem Gange ist. Im Stadion trifft er zufällig auf einige Landsleute, kommt mit ihnen ins Gespräch und geniesst die aussergewöhnliche Stimmung. «Es tragen zwar zahlreiche Fans Kleider mit dem Schweizer Kreuz drauf, aber die wenigsten davon sind auch wirklich aus der Schweiz. Es ist ziemlich beeindruckend, dass die Anhänger von Roger Federer aus der ganzen Welt kommen.»

Federer auf dem Weg zu seinem Sieg. Video: Carlo Lusser

Lusser sieht sich in den darauffolgenden Tagen auch den zweiten Männer-Halbfinal sowie den Frauen-Final an, überdies diverse Juniorinnen-/Mixed- und Exhibition-Matches. Neben dem Tennis unternimmt er Spaziergänge und einen Helikopter-Rundflug, um Melbourne wenigstens ein bisschen kennen zu lernen. «Was ich gesehen habe, hat mir sehr gefallen. Ich werde irgendwann mit meiner Frau zurückkehren, um die Stadt näher zu erkunden.»

Endlich wieder die Hände am Pokal. Video: Carlo Lusser

Das Highlight, für welches er ursprünglich angereist ist, steigt am Sonntagabend mit dem Endspiel Federer gegen Nadal. Die Begeisterung und Unterstützung für den Schweizer sei jederzeit spürbar gewesen, erklärt Lusser. «Es war unbeschreiblich. Die Fans waren still, als es Federer nicht lief, der Jubel dafür umso grenzenloser, als der Matchball verwertet war.» Für ihn persönlich bleibt nicht viel Zeit zum Jubeln, denn der Rückflug steht an.

Zurück in der Heimat meint Lusser begeistert: «12’000 Franken erscheint auf den ersten Blick viel Geld. Und es ist auch viel Geld. Aber ich habe etwas gemacht, was mir für alle Zeit in Erinnerung bleiben wird. Ich habe insgesamt rund 32 Stunden Livetennis und unzählige Eindrücke auch neben den Courts erlebt.» Eine Ansicht, die von seinen Freunden und Kollegen geteilt wird. Und vermutlich auch von so manch daheim gebliebenen Tennis-Liebhaber.

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