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Der Tenniskönig krönt die Schweiz

Die Schweiz gewinnt erstmals den Davis-Cup. Roger Federer bucht den entscheidenden dritten Punkt gegen Richard Gasquet auf souveräne Art und Weise.

Am Ziel: Die Schweizer stemmen im Konfettiregen den Davis Cup in die Höhe.
Am Ziel: Die Schweizer stemmen im Konfettiregen den Davis Cup in die Höhe.
AFP
Grosse Emotionen: Der Davis-Cup-Triumph ist für Roger Federer nach dem Matchball gegen Richard Gasquet.
Grosse Emotionen: Der Davis-Cup-Triumph ist für Roger Federer nach dem Matchball gegen Richard Gasquet.
Reuters
Fürs Fotoalbum: Federer posiert vor dem kapitalen Match mit seinem Gegner Gasquet.
Fürs Fotoalbum: Federer posiert vor dem kapitalen Match mit seinem Gegner Gasquet.
Keystone
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Es ist vollbracht: Die Schweiz hat in Lille erstmals, als 14. und kleinste Nation, den Davis-Cup gewonnen. Vor der Weltrekordkulisse von 27'448 Fans machte Roger Federer mit einem 6:4, 6:2, 6:2 über Richard Gasquet gegen Frankreich alles klar.

Am Sonntag lebte die Partie nicht mehr von der Spannung. Gasquet, die Nummer 26 der Welt, die schon am Samstag im Doppel nicht geglänzt hatte, vermochte Federer in keinster Weise zu bedrängen. Der Baselbieter ging schon nach zehn Minuten mit einem Break in Führung. Nach 44 Minuten führte er mit einem Satz; eine weitere halbe Stunde später stand es schon 6:4, 6:2.

Schon in den vorausgegangenen vier Partien hatte Gasquet gegen Federer keinen Satz und im Schnitt weniger als drei Games gewonnen. Der 28-jährige Franzose erspielte sich auch im dritten Satz keinen Breakball mehr. Federer gab bei eigenem Aufschlag nur 14 Punkte ab. Nach 112 Minuten verwandelte er den ersten Matchball.

Danach galt: Jubel ohne Grenzen. Das gesamte Team stürmte den Sandplatz und lag sich in den Armen. «Es freut mich riesig, vor allem für unser Team. Alle haben hart gearbeitet und lange gewartet. Ich musste sehr konzentriert spielen und bin froh, das alles so wunderbar aufgegangen ist», sagte Federer.

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Als Einzelspieler hat er schon fast alle Rekorde gebrochen. Auch Stan Wawrinka setzte sich vor zehn Monaten an einem Grand-Slam-Turnier, dem Australian Open, gegen den Rest der Welt durch. Dennoch ist der Erfolg als Mannschaft für die Schweiz von sporthistorischer Bedeutung. Der 23. November 2014 wird für immer als das Datum in Erinnerung bleiben, an dem sich die Schweiz erstmals in einer Weltsportart einen Titel holte.

Obwohl man es aufgrund von Federers Machtdemonstration am Sonntag fast meinen könnte: Ein Spaziergang war der Weg zum Davis-Cup-Titel nicht. Es ist einer der grössten Schweizer Siege aller Zeiten im Sport. Denn die Schweizer mussten enormen Widerstand brechen.

Erst brachten sie sich mit dem Masters-Halbfinal in London zwischen Federer und Wawrinka, sechs Tage vor Beginn des Finals, selber in die Bedrouille. Federer verletzte sich am Rücken; Wawrinka wurde von Federers Frau Mirka mit Zwischenrufen bis aufs Blut gereizt. Dann trafen die Schweizer auswärts auf einen Gegner, für den dieser Final eine Sache der nationalen Ehre war.

Mit 27'448 Zuschauern schauten am Sonntag mehr Leute im Stadion zu als je vorher einem Tennisspiel. Der französische Staatspräsident sass auf der Tribüne. Aber nichts brachte die Schweizer aus der Ruhe. Die letzten sechs Sätze nach dem 1:1-Zwischenstand vom Freitagabend verliefen einseitig.

Gasquet spielte am Sonntag für Jo-Wilfried Tsonga (ATP 12), weil der französische Teamleader nach dem freitäglichen Spiel gegen Wawrinka wieder Handgelenkschmerzen verspürt hatte.

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