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Der traurigste Verlierer der Geschichte

Redaktion Tamedia lässt während des French Open jeden Tag eine legendäre Partie des Sandplatz-Grand-Slams Revue passieren. Heute: Der argentinische Achterbahn-Final von 2004.

Seit seiner Halbfinal-Niederlage gegen Martin Verkerk am vorangegangen French Open hat Guillermo Coria auf Sand nur eine von 38 Partien verloren, als er am 6. Juni 2004 im rein argentinischen Endspiel auf Gaston Gaudio trifft. Und Coria, als Nummer 3 der Welt der grosse Favorit gegen seinen ungesetzten Landsmann, legt los wie die Feuerwehr. Acht vergebliche Anläufe muss der nervöse Gaudio nehmen, ehe er beim Stand von 0:6, 0:2 endlich sein erstes Game gewinnt. Der zweite Satz geht gleichwohl mit 6:3 an Coria.

Dann aber beginnen die körperlichen Probleme des Favoriten. «Im dritten Satz habe ich erstmals diese Krämpfe gespürt», wird Coria später sagen. Er kann drei Spielbälle zum 5:4 nicht nutzen und muss den Durchgang mit 4:6 abgeben. Die krampflösende Salbe und die Tablette, die er vom Physio bekommt, nützen nicht so schnell wie erhofft. Der vierte Satz geht mit 6:1 an Gaudio, Coria scheint kaum mehr in der Lage zu laufen.

Im Entscheidungssatz bäumt sich Coria aber noch einmal auf. Er kann sich wieder passabel bewegen, nur beim Service verzichtet er darauf, das linke Bein zu belasten. Sein Gegner hat sichtlich Mühe mit der Wunderheilung und muss beim Stand von 5:6 sogar zwei Matchbälle abwehren. Elf Minuten und ein Break später steht Gaudio dann doch als erster argentinischer French-Open-Champion seit Guillermo Vilas 1977 fest. 0:6, 3:6, 6:4, 6:1, 8:6 lautet das Ergebnis des Achterbahn-Finals.

Auf der Pressekonferenz bricht Coria, der zwischen August 2001 und März 2002 wegen einer positiven Nandrolon-Probe gesperrt war, in Tränen aus. «Ich wollte allen zeigen, dass ich hier gewinnen kann, vor allem denen, die mich verurteilt haben. Und denen, die für das verunreinigte Mittel verantwortlich waren», sagt er. «Ich wollte heute meine Familie glücklich machen, die mir in dieser schweren Zeit so sehr geholfen hat. Ich hoffe, ich kann allen noch Freude bereiten und sie nicht so enttäuschen wie heute.»

Gaudio will seinen Kontrahenten trösten. Coria werde sicherlich einmal das French Open gewinnen, erklärt er. Doch dazu kommt es nicht. 2005 beginnt die Ära Rafael Nadal.

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