Der Weg nach Singapur bleibt weit und ist bevölkert

Belinda Bencic wird im Tokio-Final von Radwanska gebremst und verpasst die Top 10. Vorerst.

Belinda Bencic am Turnier in Tokio. Foto: Getty Images

Belinda Bencic am Turnier in Tokio. Foto: Getty Images

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«Road to Singapore» wird jenes Klassement genannt, das darüber entscheidet, welche acht Tennisspielerinnen Ende Oktober die prestigeträchtigen WTA-Finals bestreiten dürfen, das mit sieben Millionen Dollar dotierte Schlussbouquet, welches bis 2018 in der asiatischen Metropole stattfindet.

Gut unterwegs ist in dieser Wertung, die lediglich die 2015 erspielten Resultate berücksichtigt, auch Belinda Bencic. Umso mehr, als sie nun in Tokio mit Garbiñe Muguruza und Caroline Wozniacki zwei weitere Top-10-Spielerinnen schlug und ihr viertes Endspiel der Saison erreichte. In diesem bot sich ihr gestern die Chance, nach Eastbourne und Toronto ihren dritten Titel der Saison zu holen.

Es sollte nicht sein

Ein weiterer Sieg, gegen die Polin Agnieszka Radwanska (WTA 13), wäre ein kapitaler Erfolg gewesen: Bencic hätte im Rennen nach Singapur gleich vier Spielerinnen ausgebremst, wäre von Rang 12 auf 8 vorgestossen. Einen noch grösseren Sprung hätte sie in der Weltrangliste gemacht, die sich über 52 Wochen errechnet: Dort wäre sie von 15 ebenfalls auf 8 vorgestossen und hätte als erste Teenagerin seit fünf Jahren und Wozniacki zu den Top 10 gehört.

Wäre, hätte – es sollte nicht sein. Die 18-Jährige unterlag der entfesselt spielenden Radwanska, gegen die sie in Eastbourne den Final noch gewonnen hatte, in 86 Minuten 2:6, 2:6. Die frühere Weltranglistenzweite gewann vom 2:2 bis zum 4:0 im zweiten Satz acht Games in Folge und feierte ihren 15. Turniersieg, den ersten seit über einem Jahr. Und so war es Radwanska, die einen Coup landete, vom 13. auf den 8. Rang der Weltrangliste vorstiess. Sie sei froh, wieder zu den Top 10 zu gehören, sagte sie und vergoss ein paar Tränen. Sie habe ein schwieriges Jahr hinter sich, «und es ist sehr, sehr umkämpft dort vorne». Viele junge Spielerinnen würden es auch verdienen, die Top 10 zu erreichen.

Gerangel um die letzten Plätze

Tatsächlich sind die Punkteabstände in den Positionen 6 bis 15 so minim, dass Bencic in der Weltrangliste als Tokio-Finalistin heute nur einen Platz gutmacht (von 15 auf 14). Im Singapur-­Ranking bleibt sie trotz der gewonnenen 305 Punkte Zwölfte. Serena Williams, Simona Halep und Maria Scharapowa sind bereits für das Saisonfinale qualifiziert, die Tschechinnen Petra Kvitova und Lucie Safarova dürften es ebenfalls schaffen. Für die restlichen drei Plätze gibt es aber gleich sieben ernsthafte Anwärterinnen: US-Open-Siegerin Flavia Pennetta, Angelique Kerber, Carla Suarez Navarro, Radwanska, Karolina Pliskova und Muguruza liegen alle weniger als 200 Punkte vor Bencic. Für die St. Gallerin sprechen ihre Form, ihre gewohnt starken Ergebnisse in dieser Jahreszeit in Asien und die Tatsache, dass sie ihre Saisonziele längst übertroffen hat. Eine Qualifikation für Singapur wäre eigentlich erst 2016 ein Ziel, sagte sie am US Open.

Wegweisend werden die kommenden zwei Wochen, in denen die zwei grössten Turniere Chinas anstehen. In Wuhan (wo Bencic gegen die Kanadierin Bouchard startet) warten diese Woche 900 Punkte auf die Siegerin, in Peking danach 1000 – das sind mehr als doppelt so viele, wie Radwanska in Tokio erhielt (470).

Und Timea Bacsinszky? Die Waadtländerin liegt zwar noch immer auf Rang 15 im «Race to Singapore», hat sich aber daraus freiwillig abgemeldet. Weil sie «noch nicht 100 Prozent fit» sei, lässt sie Wuhan aus. Dort hatte sie 2014 als Qualifikantin Scharapowa besiegt und die letzten acht erreicht.

Erstellt: 27.09.2015, 23:18 Uhr

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