Bacsinszky demoralisiert Williams

Die Schweizerin ringt die 37-jährige Amerikanerin in drei Sätzen nieder und steht am French Open im Viertelfinal. Championne Muguruza dagegen scheidet aus.

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In 2:12 Stunden bezwang Timea Bacsinszky die siebenfache Grand-Slam-Siegerin Venus Williams mit 5:7, 6:2, 6:1. Bereits im ersten Satz hatte die Romande 5:1 geführt, ehe sie sechs Games in Serie und nach genau einer Stunde den Satz verlor. Danach fing sie sich aber schnell wieder auf. «Ich habe da eine Zeit lang katastrophale Entscheidungen getroffen», stellte sie nach dem Match fest. «Danach habe ich aber wieder viel besser variiert.»

Tatsächlich war Bacsinszky die Spielerin mit der grösseren Variation. Auch der zweite und dritte Satz waren durchaus nicht so einseitig wie es das Resultat glauben machen könnte. Fast jedes Games war hart umkämpft. Der Halbfinalistin von 2015 gelang es jedoch immer wieder, Williams mit Slice- und Stoppbällen aus dem Rhythmus zu bringen. Im letzten Jahr war sie auf Sand klar besser als Williams, heuer spielt die Amerikanerin, die am Australian Open erst im Final Schwester Serena unterlegen war, aber deutlich besser.

Die Gegnerin am Ende demoralisiert

Dennoch setzte sich am Ende Bacsinszky auch dank ihrer läuferischen Fähigkeiten durch. Zudem behielt sie im Gegensatz zum Startsatz die Nerven. Im dritten Durchgang wehrte sie beim Stand von 4:0 (3) und 5:1 (2) insgesamt sieben Breakchancen von Williams ab und verhinderte so, dass diese nochmals in den Match zurückfand. Am Ende besiegelte die Westschweizerin den Sieg mit einem weiteren Break und – passend – einem perfekten Stoppball beim ersten Matchball.

Im Viertelfinal trifft die als Nummer 30 gesetzte Waadtländerin, die am Donnerstag ihren 28. Geburtstag feiert, auf die Französin Kristina Mladenovic (WTA 14), die sich in drei Sätzen gegen die Titelverteidigerin Garbiñe Muguruza durchsetzte. «Das Publikum war heute unglaublich, geradezu unwirklich», schwärmte die Schweizerin nach dem Sieg gegen Williams. «So viele Male meinen Namen zu hören, bei einem so grossen Anlass, das war fantastisch.» Sie weiss aber auch, dass dies gegen Mladenovic anders sein wird. «Das wird eine grosse Herausforderung», sieht Bacsinszky dem Knüller am Dienstag entgegen. «Damit muss ich aber umgehen können. Ich weiss ja, was mich erwartet.» Im Februar in Genf gewann Bacsinszky im Fedcup-Viertelfinal knapp in drei Sätzen gegen die Französin.

Titelverteidigerin scheitert an Publikumsliebling

Völlig überraschend kam das Aus der Spanierin Muguruza nicht. Sie hatte zwar zuletzt ansteigende Form gezeigt, insgesamt konnte die (Noch-)Nummer 5 der Welt ihren Roland-Garros-Titel vom letzten Jahr aber nicht bestätigen. In den zwölf Monaten seit ihrem überraschenden Triumph gegen Serena Williams erreichte sie keinen Final mehr. In Paris unterlag sie nun der vom Publikum frenetisch angefeuerten Mladenovic, die bereits vor dem Turnier zu den Geheimfavoriten gezählt hatte, 1:6, 6:3, 3:6.

In der 1. Runde hatte die Französin aber wegen eines blockierten Rückens kurz vor dem Ausscheiden gestanden, sich aber in extremis durchgekämpft. Nun scheint alles wieder gut zu sein. Im vierten Einsatz gewann die als Nummer 13 gesetzte Mladenovic zum dritten Mal in drei Sätzen.

Frauen. Einzel. 3. Runde:
Karolina Pliskova (CZE/2) s. Carina Witthöft (GER) 7:5, 6:1. Simona Halep (ROU/3) s. Daria Kassatkina (RUS/26) 6:0, 7:5. Jelina Switolina (UKR/5) s. Magda Linette (POL) 6:4, 7:5. Alizé Cornet (FRA) s. Agnieszka Radwanska (POL/9) 6:2, 6:1. Caroline Wozniacki (DEN/11) s. Catherine Bellis (USA) 6:2, 2:6, 6:3. Petra Martic (CRO/Q) s. Anastasija Sevastova (LAT/17) 6:1, 6:1. Carla Suarez Navarro (ESP/21) s. Jelena Wesnina (RUS/14) 6:4, 6:4. Caroline Garcia (FRA/28) s. Hsieh Su-Wei (TPE) 6:4, 4:6, 9:7. Veronica Cepede Royg (PAR) s. Mariana Duque-Mariño (COL) 3:6, 7:6 (7:2), 6:3.

Achtelfinals:
Timea Bacsinszky (SUI/30) s. Venus Williams (USA/10) 5:7, 6:2, 6:1. Kristina Mladenovic (FRA/13) s. Garbiñe Muguruza (ESP/4) 6:1, 3:6, 6:3. Wozniacki s. Swetlana Kusnezowa (RUS/8) 6:4, 4:6, 6:2. Jelena Ostapenko (LAT) s. Samantha Stosur (AUS/23) 2:6, 6:2, 6:4.

Viertelfinal-Tableau:
Ostapenko - Wozniacki (11), Mladenovic (13) - Bacsinszky (30); Switolina (5)/Martic - Suarez Navarro (21)/Halep (3), Garcia (28)/Cornet - Cepede Royg/Pliskova (2).

Doppel. 2. Runde:
Martina Hingis/Chan Yung-Jan (SUI/TPE/3) s. Viktorija Golubic/Kristyna Pliskova (SUI/CZE) 6:1, 6:1. - Achtelfinal: Hingis/Chan s. Kiki Bertens/Johanna Larsson (NED/SWE/13) 6:2, 6:0. - Hingis/Chan im Viertelfinal gegen Raluca Olaru/Olga Sawtschuk (ROU/UKR).

Juniorinnen. 1. Runde:
Whitney Osuigwe (USA/7) s. Simona Waltert (SUI) 6:7 (5:7), 6:2, 6:1.

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