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Deshalb tun Wawrinkas Erfolge den Deutschen weh

Während der Romand in Paris nach seiner vierten Grand-Slam-Krone greift, erinnert man sich in Deutschland an eine verpasste Chance.

Mit Köpfchen in den Final: Gelingt Wawrinka gegen Nadal der grosse Coup – wie 2015 gegen Djokovic?
Mit Köpfchen in den Final: Gelingt Wawrinka gegen Nadal der grosse Coup – wie 2015 gegen Djokovic?
Keystone

Der deutsche Tennisjournalist Jörg Allmeroth brachte die Ausgangslage des French-Open-Finals vom Sonntag in einem Tweet perfekt auf den Punkt. «Wawrinka, der wirklich einzige, der diese Maschine stoppen kann», schrieb er in Anspielung auf die enorme Dominanz, die Rafael Nadal bislang in Roland-Garros an den Tag legt.

In der Tat scheint Nadal fast unverwundbar: Er gab noch keinen einzigen Satz ab und musste noch nicht einmal in ein Tiebreak. Für die Wettanbieter ist der neunfache Roland-Garros-Champion darum klarer Favorit gegen Wawrinka – seine Quote liegt bei 1,25:1, die des Romands bei 4:1.

Mats Wilander, der das Turnier selber 1982, 1985 und 1988 gewann, hält dagegen. Er erwartet keinen Selbstläufer für Nadal – und sagt: «Wawrinka kann es schaffen. Er spielt grossartiges Tennis, aggressiv und gleichzeitig kontrolliert. Bei Majors ist er inzwischen ein ebenso heisser Titelanwärter wie Federer, Nadal, Djokovic und Murray.»

Durchaus ein wenig neidisch blicken die Deutschen in diesen Tage nach Paris. «Grand-Slam-Phänomen Wawrinka - der DTB hat es verschlafen», war kürzlich auf der Website der ARD-Sendung «Sportschau» zu lesen. Der Hintergrund: Wawrinka hatte mal eine lose Anfrage des Deutschen Tennis-Bunds, spielte dann aber doch nicht für das Heimatland seines Vaters Wolfram. Dies bestätigte der dreifache Major-Sieger unter anderem im Tennisbuch «Jubeljahre».

Bildstrecke: Nacktfotos, Wutausbrüche und Millionen

Historische Errungenschaft: Eigentlich ist Wawrinka jetzt schon zweifacher Roland-Garros-Champion. 2003 gewann er nämlich die Juniorenkonkurrenz durch einen Finalerfolg über den Amerikaner Brian Baker. Ausser dem Waadtländer siegten nur Ivan Lendl und Mats Wilander als Nachwuchs- und Profispieler hier. (8. Juni 2003)
Historische Errungenschaft: Eigentlich ist Wawrinka jetzt schon zweifacher Roland-Garros-Champion. 2003 gewann er nämlich die Juniorenkonkurrenz durch einen Finalerfolg über den Amerikaner Brian Baker. Ausser dem Waadtländer siegten nur Ivan Lendl und Mats Wilander als Nachwuchs- und Profispieler hier. (8. Juni 2003)
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Schlechte Bilanz: Im direkten Vergleich mit seinem Finalgegner Rafael Nadal liegt Wawrinka 3:15 zurück. Unter anderem verlor er in den French-Open-Viertelfinals 2013 klar in drei Sätzen und liess – was immer wieder mal passiert – seinen Frust am Racket aus. Aber: Das letzte Grand-Slam-Duell entschied der Schweizer 2014 in vier Sätzen für sich - es war der Final von Melbourne. (5. Juni 2013)
Schlechte Bilanz: Im direkten Vergleich mit seinem Finalgegner Rafael Nadal liegt Wawrinka 3:15 zurück. Unter anderem verlor er in den French-Open-Viertelfinals 2013 klar in drei Sätzen und liess – was immer wieder mal passiert – seinen Frust am Racket aus. Aber: Das letzte Grand-Slam-Duell entschied der Schweizer 2014 in vier Sätzen für sich - es war der Final von Melbourne. (5. Juni 2013)
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Dickes Sparschwein: 29'378'107 Dollar hat Stan Wawrinka in seiner Karriere schon eingespielt, das aktuelle Turnier noch nicht eingerechnet. Gewinnt er den Final gegen Rafael Nadal, kassiert er weitere 2,1 Millionen Euro (über 2,35 Millionen Dollar.) Von Roger Federer ist er trotzdem noch meilenweit entfernt. Dessen Presigeldsumme steht bei 103'990'195 Dollar. (9. Juni 2017)
Dickes Sparschwein: 29'378'107 Dollar hat Stan Wawrinka in seiner Karriere schon eingespielt, das aktuelle Turnier noch nicht eingerechnet. Gewinnt er den Final gegen Rafael Nadal, kassiert er weitere 2,1 Millionen Euro (über 2,35 Millionen Dollar.) Von Roger Federer ist er trotzdem noch meilenweit entfernt. Dessen Presigeldsumme steht bei 103'990'195 Dollar. (9. Juni 2017)
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Neuerlich aufs Tapet kam das Thema in Paris durch eine Aussage des Wawrinka-Fans Boris Becker auf Eurosport. Der frühere Weltranglistenerste, der nach dem Ende seiner Zusammenarbeit mit Novak Djokovic nun wieder als Experte im Einsatz steht, bemerkte: «Ich habe damals erkannt, was für ein aussergewöhnliches Talent dieser Junge hat. Also habe ich meinen Kumpel Patrik Kühnen angerufen, der zu dieser Zeit Davis-Cup-Teamchef war, und ihm dringend geraten, Stan für den DTB zu gewinnen.»

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