Deshalb verzichtet Bencic auf Paris

Die Weltnummer 8 erklärt die Komplikationen ihrer Verletzung – und wie der weitere Saisonfahrplan aussieht.

Belinda Bencic musste für Roland Garros absagen.

Belinda Bencic musste für Roland Garros absagen. Bild: Keystone

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Der Grund des Medientermins im Zürcher GC-Tennisclub war dieser: Belinda Bencic wurde vom chinesischen Elektronik- und Handyhersteller Huawei gestern als neue Markenbotschafterin für die Schweiz vorgestellt. Der Schriftzug der Firma wird die nächsten zwei Jahre auch auf den Shirts der Weltnummer 8 erscheinen – allerdings nicht an den Grand Slams, da dort nur zwei (statt wie üblich drei) Werbelogos erlaubt, diese aber bereits vergeben sind.

Weil Bencic den Termin nutzte, um ihren Verzicht auf das French Open bekannt zu geben, rutschte die Sponsoring-Meldung rasch in den Hintergrund, schwenkte das Interesse auf ihren Gesundheitszustand. Seit dem 6. April und einem 1:6, 1:6 in Charleston gegen Jelena Wesnina ist die 19-Jährige rekonvaleszent. Anriss der Knochenhaut beim Steissbein, lautet der Befund. «Sie fanden heraus, dass ein Muskel des Oberschenkels daran zog, deshalb verheilte es nicht», erklärt Bencic. Darum wird täglich auch der Oberschenkel behandelt und muskulär aufgebaut.

Ein neuer Mann im Team

Bencic verpasste in dieser Zeit den Fed-Cup-Halbfinal in Luzern, Stuttgart, Madrid, Rom und nun auch Paris. Doch sie trägt diese Zwangspause mit Fassung. «Jeder Tennisspieler ist in seiner Karriere einmal verletzt, das ist normal, das gehört dazu», sagt sie fatalistisch. «Es gibt Mädchen, die schon viel früher etwas hatten als ich.» Sei sei deshalb auch «nicht mega deprimiert». Allerdings vermisse sie die Turniere schon und verfolge viele Partien im Internet.

Die letzten sechs Wochen trainierte Bencic in der Schweiz, so gut es eben ging. Sie verfügt mit dem in den USA wohnhaften Tschechen Dan Traxler über einen neuen Physiotherapeuten, der auch Chiropraktiker und Konditionstrainer ist. Erst jetzt ist sie daran, das Tennistraining wieder aufzunehmen – bis gestern sei sie erst 90 Minuten auf dem Court gestanden, sagte ihr Vater Ivan. Ein Einsatz in Roland Garros hätte so keinen Sinn gemacht. «Wir entschieden, dass es besser ist, wenn ich mich richtig und ohne Stress auf die Rasensaison vorbereite», so die Ostschweizerin. Sie geniesst es, für einmal etwas länger zu Hause zu sein, Kollegen treffen zu können. Aber sehr viel Freizeit habe sie nicht; sie müsse ja doch trainieren.

Schaden hält sich in Grenzen

«Es geht mir jeden Tag besser», versichert sie. «Natürlich ist es etwas bitter, dass ich Paris verpasse. Aber ich denke, dass ich dieses Turnier noch oft werde spielen können. Und es ist besser, es auszulassen, als unvorbereitet anzutreten.» Kommende Woche nimmt sie, sofern alles nach Plan läuft, auch das Tennistraining mit Melanie Molitor wieder auf.

Bencic hatte bereits am Turnier in Miami unter Rückenproblemen gelitten. Sie wurde dort von den offiziellen Turnierärzten aber beruhigt, es handle sich nur um ein muskuläres Problem, eine Entzündung im Beckenbereich. Tatsächlich seien die Schmerzen in Charleston dann auch verschwunden, ehe sie im Match gegen Wesnina neu ausbrachen, erzählt sie. Erst danach ergab ein MRI die genaue Diagnose.

«Im Nachhinein ist man immer schlauer», sagt der Vater. Er weist darauf hin, dass sich der Schaden für seine Tochter in Grenzen hält. «Es ist zwar schade, weil sie in der Sandsaison fast überall voll hätte punkten können. Auch in Paris hätte sie nur eine zweite Runde zu verteidigen. Aber wenigstens sind ihr fast keine Punkte weggefallen.»

Das ändert sich mit Beginn der Rasensaison. Auf diesem Belag errang Bencic 2015 einige ihrer grössten Erfolge, sie gewann in Eastbourne den Titel, stand in ’s-Hertogenbosch im Final und in Wimbledon im Achtelfinal. Ihr Comeback ist in zweieinhalb Wochen in ’s-Hertogenbosch geplant, danach folgen Birmingham, Eastbourne und Wimbledon.

Vor- und Zuversicht

Ivan Bencic gibt sich gelassen und verbreitet Zuversicht: «Es ist keine Verletzung, bei der wir Angst haben müssen oder es Komplikationen geben könnte. Der Anriss muss einfach verheilen, und das kann man muskulär unterstützen.» Und doch gibt er zu: «Gerade weil wir vielleicht Bedenken haben, gibt sie sich etwas mehr Zeit, bevor sie zurückkommt. Zudem wäre Sand dafür auch nicht der einfachste Belag gewesen.»

Erstellt: 18.05.2016, 12:14 Uhr

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