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Die bösen Überraschungen in der Lostrommel

Am Freitag werden in Melbourne die Tableaus des Australian Open ausgelost. Gleich zu Beginn drohen den Schweizer Stars unliebsame Begegnungen.

Hungrig und selbstbewusst: Der bald 33-jährige Lleyton Hewitt tritt mit dem Titel von Brisbane zum Australian Open an. (5. Januar 2014)
Hungrig und selbstbewusst: Der bald 33-jährige Lleyton Hewitt tritt mit dem Titel von Brisbane zum Australian Open an. (5. Januar 2014)
Keystone
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Die Favoriten für das erste Grand-Slam-Turnier der Saison in Melbourne sind die üblichen Verdächtigen: Novak Djokovic (Quote 2:1), Rafael Nadal (3:1), Andy Murray (8:1), Roger Federer (10:1) und der mit nur noch zwei Rackets angereiste Juan Martin Del Potro (12:1). Neben diesen weit vorne gesetzten Spielern gibt es aber noch eine Reihe Ungesetzter, denen zwar nicht der Turniersieg, aber durchaus eine einzelne Grosstat zuzutrauen ist. Allen voran zwei Einheimische – Lleyton Hewitt und Bernard Tomic. Sie sind die bösen Überraschungen in der Lostrommel, an denen sich der eine oder andere Favorit verschlucken könnte. Für die Binsenweisheit, dass die Startphase an einem Grand-Slam-Turnier besonders heikel ist, gibt es eine Reihe von Belegen. Man denke nur an Rafael Nadals K. o. gegen Lukas Rosol 2012 in Wimbledon oder Roger Federers Untergang gegen Sergej Stachowski im vergangenen Sommer an gleicher Stätte.

Ein grosser Kämpfer, mit dem Biss einer Bulldogge

Lleyton Hewitt (ATP 43) ist wohl der unangenehmste Startgegner, der denkbar ist. Der frühere Weltranglistenerste, der das Publikum im Rücken haben wird, holte in der vergangenen Woche in Brisbane durch einen Finalerfolg über Roger Federer den Titel. In Melbourne könnten sich die Wege der beiden gleich zu Beginn kreuzen. Und Hewitt ist heiss auf einen weiteren Coup. Um bei seinem 18. Australian Open am Stück möglichst gut in Form zu sein, verzichtete er zuletzt auf das Einladungsturnier im Melbourner Kooyong Club. Den Heim-Grand-Slam einmal zu gewinnen, sei seit Kindertagen sein Traum, begründete Hewitt seine Prioritäten. Er, der grosse Kämpfer mit dem Biss einer Bulldogge, hat diesen Traum offenbar noch nicht ganz aufgegeben, obwohl er mit seinen bald 33 Jahren und dem lädierten Körper ein Wunder bräuchte, um erstmals seit Wimbledon 2002 einen Major-Titel zu holen.

Das launische Talent, das die Gegner einlullt

Der zweite Spieler, den sich kaum ein Gesetzter als Startgegner wünschen wird, ist eine veritable Tennis-Wundertüte: Bernard Tomic (ATP 52). Das launische Ausnahmetalent, 2011 als 18-Jähriger jüngster Wimbledon-Viertelfinalist seit Boris Becker, spielt in der Heimat mit mehr Einsatz als gewöhnlich und tankt derzeit in Sydney Selbstvertrauen. Gerade erst ist der Titelverteidiger dort durch ein 6:4, 6:3 über seinen Angstgegner Alexander Dolgopolow in die Halbfinals eingezogen. «Wenn ich entspannt bin, kann ich meine Gewinnschläge anbringen», sagt Tomic, der die Gegner gerne mit langsamen Bällen einlullt, um dann blitzschnell zuzuschlagen. Wenn der Mann mit dem prügelnden und von der ATP verbannten Vater Lust auf Tennis hat, ist er alles andere als eine leichte Beute, selbst für die Besten auf dem Circuit.

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