Die Frau, die Federer und Co. bettet

Joanna Doniger sucht in Wimbledon passende Immobilien für die Tennisstars – und hat eine Menge kurioser Geschichten zu erzählen.

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So reich wie der kommende Wimbledon-Sieger – er kassiert 1,76 Millionen Pfund – werden die Vermieter passender Immobilien im Londoner Postleitzahlenbereich SW 19 zwar nicht. Wer ein komfortables Haus unweit des All England Club besitzt, kann sich aber zumindest die sprichwörtliche goldene Nase verdienen, wenn er für die Zeit des Rasen-Grand-Slam einem Tennisstar sein Zuhause überlässt. Bis zu 10'000 Pfund pro Woche sollen die prominenten Besucher für ein Haus mit fünf Schlafzimmern bezahlen.

Die Frau, die Tennisspieler glücklich und Vermieter ein Stück reicher macht, heisst Joanna Doniger. Sie ist seit 24 Jahren die Immobilienvermittlerin von Wimbledon und kümmert sich für die Firma Tennis London um die Anfragen von Roger Federer, Maria Scharapowa und Co. 250 Häuser und Wohnungen sind in ihrem Portfolio, die begehrtesten befinden sich in Gehdistanz zur noblen Sportanlage. Die minimale Mietdauer für die Immobilien beträgt zwei Wochen.

Tennisprofis sind offenbar sehr gute Mieter. Nur einmal sei ein Spieler die geforderte Summe schuldig geblieben, verriet Doniger der Nachrichtenagentur Reuters. Kuriose Geschichten um die temporären Bewohner gibt es dagegen einige: etwa diejenige von der Floristin, die bei ihrer Rückkehr neben einem der begehrten Wimbledon-Tücher eine Reihe von Erotikmagazinen in ihrem Daheim fand. Oder diejenige von einem berühmten Spieler mit Spinnenphobie.

Der von Ängsten geplagte Sportler rief die Vermittlerin mitten in der Nacht an und sagte:« Wir haben hier ein ernsthaftes Problem. Überall sind Spinnen. Sie müssen weg!» Mithilfe eines Insektensprays löste Joanna Doniger das Problem – und bereitet die temporäre Bleibe des speziellen Kunden seither besonders gewissenhaft auf dessen Ankunft vor. Die Diskretion lässt es natürlich nicht zu, den betreffenden Spieler zu benennen, bekannt ist aber: Rafael Nadal zählt zu jenen Menschen, die sich vor Krabbeltierchen fürchten, Roger Federer ebenso.

Ein überraschend unkomplizierter Gast ist der 2,06 Meter lange US-Amerikaner John Isner. Der nach Ivo Karlovic grösste Spieler auf der Tennistour gibt sich stets mit jenem Bett zufrieden, das er in seiner Unterkunft vorfindet. Er sei es wohl gewohnt, dass seine Füsse über das Bettende hinausragten. Ein anderer Profi liess sich ein Superior-King-Bett in das gemietete Haus stellen. Damit es geliefert werden konnte, mussten eigens die Fensterscheiben herausgenommen werden.

Auch abergläubische Spieler gibt es einige: Eine Immobilie mit der Nummer 13 konnte Joanna Doniger noch nie loswerden, und manch ein Athlet, der im Turnier früher als erwartet scheiterte, wünschte sich das nächste Mal ein anderes Haus.

(ak)

Erstellt: 24.06.2015, 14:43 Uhr

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