«Diese drei Worte bedeuten die Welt für mich»

Nach ihrem grossen Triumph gegen Serena Williams war Belinda Bencic den Tränen nahe. Die frustrierte Williams hingegen bezeichnete ihr eigenes Spiel als «Mist».

«Danke für alles»: Das emotionale Interview von Belinda Bencic (Quelle: YouTube).


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Belinda Bencic sitzt da, noch völlig überwältigt von ihren Gefühlen. Plötzlich knallt es am Himmel über Toronto. Herzhaft lacht die Ostschweizerin auf, es entfährt ihr ein «Oh, wow», als sie das Feuerwerk sieht. Besser als die Organisatoren hätte man das, was Bencic auf dem Court ablieferte, nach Verwertung des Matchballs gegen die Weltnummer 1 Serena Williams nicht zusammenfassen können. Die 18-Jährige bestätigte, was Williams vor der Partie angedeutet hatte: «Sie kann eine ganz grosse Spielerin werden.»

Sichtlich aufgewühlt, noch mit Tränen in den Augen, schritt der aufgehende Tennis-Stern zum Platzinterview. «Ich kann es immer noch nicht fassen», sagte sie und schob nach: «Der erste Satz war zu schnell für mich, danach konnte ich mich anpassen.» Sie habe so gut gekämpft wie sie nur konnte, so Bencic weiter.

Richtig emotional wurde die Toronto-Finalistin, als sie gebeten wurde, ihrem Vater und Coach Ivan einige Worte zu widmen: «Danke für alles. Im Ernst. Es sind nur drei Worte, aber sie bedeuten die Welt für mich. Auch danke an meine Mutter. Sie hat sich zu Hause das Spiel angeschaut...» Dann brach sie wieder in Tränen aus.

Serena Williams' Ausraster

Ganz anders war die Gefühlslage natürlich bei Williams. Die Weltnummer 1, die in diesem Jahr erst einmal (im Halbfinal von Madrid gegen Petra Kvitova) verloren hatte, sagte: «Ich habe heute einen richtigen Mist zusammengespielt.» Sie fügte an, dass sie bei der Beurteilung ihrer eigenen Leistung politisch korrekt bleiben müsse. «Dieses Jahr hatte ich bereits ein paar solcher Matches, irgendwie bin ich aber immer damit durchgekommen. Gegen die guten Spielerinnen reicht das aber nicht mehr», so Williams weiter und ergänzte: «Ich spielte wie ein Amateur, um ehrlich zu sein.»

Serena Williams zerstört ihr Racket. (Video: Youtube)

Als der erste Frust losgelassen war, hatte die Amerikanerin aber auch einige Worte für ihre Gegnerin übrig: «Belinda war richtig stark heute. Sie kann den Ball gut lesen und kämpfte sehr gut.»

Der Final von Toronto startet heute Abend, 19 Uhr Schweizer Zeit. Wie sieht Bencic ihre Chancen gegen die Rumänin Simona Halep, der Nummer 3 der Welt? «Simona ist eine fantastische Spielerin. Es ist ein Final, und alles was jetzt noch kommt, ist ein Bonus.»

Erstellt: 16.08.2015, 10:13 Uhr

Die Statistiken zum Spiel.

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