Wimbledon: Federer trifft auf unbekannten Riesen

Roger Federer kann schon im Halbfinal auf Rafael Nadal treffen. Weshalb die Auslosung nicht ideal verlief.

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Die grosse Frage, in welche Hälfte Rafael Nadal an den 133. Wimbledon Championships gelost würde, wurde im Interviewraum des All England Club am Freitagmorgen rasch beantwortet. Ohne grosses Brimborium wurde der Spanier als Nummer 3 in die untere Tableauhälfte gelost, was bedeutet, dass es im Halbfinal zur Partie zwischen dem Spanier und Roger Federer kommen könnte.

Für den achtfachen Champion, der entgegen der Weltrangliste vor Nadal als Nummer 2 gesetzt wurde, weil die Rasenresultate stärker gewertet werden, wäre es wohl von Vorteil gewesen, wenn ihm statt Nadal mit Kevin Anderson die Nummer 4 als stärkstmöglicher Gegner zugelost worden wäre. Denn es könnte bedeuten, dass er sowohl Nadal als auch Djokovic schlagen muss, um den Titel zu holen. Und Nadal gilt in den Endphasen der Grand-Slam-Turniere – wenn er sie denn erreicht – als deutlich gefährlicher als Kevin Anderson, Federers letztjähriger Bezwinger. Auf Nadal könnte in der zweiten Runde ein dicker Brocken warten: Nick Kyrgios war vor der Auslosung nicht unter den Gesetzten, er hat Nadal in Wimbledon bereits 2014 bezwungen.

Federers erster Gegner wird am Dienstag der Südafrikaner Lloyd Harris sein, ein 22-jähriger Aufsteiger, gegen den er noch nie gespielt hat. Auch dieses Szenario mag er nicht besonders, zumal er nicht weiss, was ihn erwartet. Der 193 cm grosse Mann aus Kapstadt hat sich dank guten Resultaten vor allem auf der Challenger-Tour, wo er drei Turniere gewann, unter die Top 100 gekämpft und ist als Nummer 87 besser denn je klassiert.

Federers weitere Gegner könnten sein:

  • Runde 2: Rubin/Clarke
  • Runde 3: Pouille
  • Runde 4: Struff/Coric
  • Viertelfinal: Nishikori
  • Halbfinal: Nadal
  • Final: Djokovic

Stan Wawrinka trifft in Runde 1 auf Ruben Bemelmans, einen Qualifikanten aus Belgien. Gegen die Nummer 171 hat er die bisher einzige Partie gewonnen, vor vier Jahren am US Open. Ausgehend davon, dass der jeweils besser klassierte Spieler die Partie gewinnt, ergäben sich in Federers Tableau die Viertelfinal-Paarungen Thiem gegen Nadal und Nishikori gegen Federer. In der anderen Hälfte träfe Kevin Anderson auf Alexander Zverev und Novak Djokovic auf Stefanos Tsitsipas.

Harte Lose für die Schweizerinnen

Auch Belinda Bencic wurde von der Auslosung ziemlich hart erwischt. Sie startet gegen die zwölffache Turniersiegerin Anastasia Pawljutschenkowa, eine 27-jährige Russin, gegen die sie im Duell mit 2:1 Siegen führt, die aber in Wimbledon schon einmal in den Viertelfinals stand. Die St. Gallerin könnte schon im Achtelfinal auf die Weltranglistenerste Ash Barty treffen, die bei den Buchmachern als erste Favoritin gehandelt wird.

Bencic könnte in der zweiten Runde auf die Aargauerin Stefanie Vögele treffen, sofern diese ihr Startspiel gegen Kaia Kanepi übersteht. Und schon die dritte Gegnerin könnte Donna Vekic sein, gegen die sie am French Open in der 3. Chance fast chancenlos geblieben war. Die restlichen Erstrundenpartien mit Schweizer Beteiligung: Timea Bacsinszky gegen Sloane Stephens (WTA 9), Jil Teichmann gegen Anastasia Potapowa (WTA 71) und Viktorija Golubic gegen Iga Swiatek (WTA 63).

Bei den Frauen kommt es zudem zu einem Duell zweier Tennis-Generationen. Die Amerikanerin Cori Gauff erreichte am Donnerstag das Hauptfeld von Wimbledon. Sie hat Jahrgang 2004, ist 15 Jahre jung. Ihre Gegnerin ist um einiges älter: Venus Williams. Der Altersunterschied zwischen den beiden Landsfrauen beträgt 24 Jahre.

(rst)

Erstellt: 28.06.2019, 11:25 Uhr

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