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Djokovic droht US Open zu verpassen

Hat sich der Serbe in Wimbledon zu viel zugemutet? Offenbar erwägt Novak Djokovic eine mehrmonatige Pause.

Spürt seine Ellbogenverletzung seit eineinhalb Jahren: Novak Djokovic. (12. Juli 2017)
Spürt seine Ellbogenverletzung seit eineinhalb Jahren: Novak Djokovic. (12. Juli 2017)
Joe Toth, Keystone
Zwecklos: Die Behandlung für Novak Djokovic nützt nichts. (12. Juli 2017)
Zwecklos: Die Behandlung für Novak Djokovic nützt nichts. (12. Juli 2017)
Getty Images/Julian Finney
Roger Federer ist hingegen «für Grosses bereit». (12. Juli 2017)
Roger Federer ist hingegen «für Grosses bereit». (12. Juli 2017)
Peter Klaunzer, Keystone
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Gut möglich, dass die langjährige Nummer 1 der Welt in dieser Saison keine Wettkämpfe mehr bestreitet. Seit der serbische Davis-Cup-Arzt Zdenko Milinkovic gegenüber dem «Sportski Zurnal» erklärt hat, Djokovic leide an einer Knochenprellung im Ellbogen und könnte sechs bis zwölf Wochen ausfallen, wird weltweit spekuliert. Die nordamerikanische Hartplatzsaison inklusive das Ende August beginnende US Open dürfte die aktuelle Nummer 4 der Welt fast sicher verpassen. Er könnte sich aber ein Vorbild an Roger Federer nehmen und eine längere Pause einlegen.

Djokovic musste wegen der Schmerzen im Ellbogen im Wimbledon-Viertelfinal gegen Tomas Berdych aufgeben. Danach erklärte der 30-jährige Serbe, er schleppe die Verletzung seit eineinhalb Jahren mit sich herum. Federer beendete letztes Jahr seine Saison nach dem Aus im Wimbledon-Halbfinal, um das Knie nach einer Meniskus-Operation im Februar völlig ausheilen zu lassen.

Das Vorbild könnte Schule machen, nachdem Federer aus der Pause in lange nicht mehr gesehener Stärke zurückkehrte und in diesem Jahr unter anderem am Australian Open, in Wimbledon, Indian Wells und Miami triumphierte. Djokovic suchte in den vergangenen Tagen anscheinend einen Spezialisten in Toronto auf, entschied sich aber gegen eine Operation. Eine Pause würde nicht nur aus medizinischen Gründen Sinn machen. Nachdem der Serbe das French Open 2016 gewonnen hatte, das in seinem Palmares noch fehlte, bekundete er Mühe mit der Motivation. Seither blieb der 68-fache Turniersieger nur noch dreimal unbezwungen.

Ausserdem würde er Zeit erhalten, seine verfahrene Coaching-Situation zu bereinigen. Djokovic trennte sich Ende des letzten Jahres von Boris Becker und im Frühling vom Rest seiner Entourage. In Paris und Wimbledon fungierte Andre Agassi als Teilzeit-Coach. Der Amerikaner scheint aber nicht gewillt zu sein, wieder regelmässig um die Welt zu reisen. Und schliesslich wird der Serbe in den nächsten Wochen zum zweiten Mal Vater.

Djokovic ist nicht der Einzige, der sich mit hartnäckigen Verletzungen plagt. Titelverteidiger und Weltnummer 1 Andy Murray litt in Wimbledon sichtlich unter Hüftproblemen und scheiterte im Viertelfinal. Auch der Termin seiner Rückkehr auf die Tour ist derzeit offen. So dürfte in den kommenden Monaten Federer oder French-Open-Sieger Rafael Nadal an die Spitze der Weltrangliste zurückkehren. Die zwei Spieler also, die vor einem Jahr eine lange Pause eingelegt haben und nun fit und frisch sind.

Djokovic dürfte den Spekulationen ein Ende setzen, wenn er am Mittwoch in Belgrad bei einer Pressekonferenz erstmals selber Auskunft geben will.

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